Anschlusskabel unter der Lupe

Kupferanschlusskabel unterscheiden sich erheblich. Neben Kategorie und Schirmung sollte der Installateur oder Netzwerkverantwortliche deshalb auch auf Verarbeitung und Schutzausstattung achten. Das sind wichtige Kriterien für Lebensdauer und Übertragungsqualität. Und hier wird häufig gespart.
Selbst bei Kategorie-6A-Anschlusschnüren von Markenanbietern findet man große Unterschiede: Es gibt sie mit und ohne Rastnasenschutz, mit Stecktülle als Knickschutz (FlexBoot) und/oder mit komplett umspritzten Steckern. Mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, aber entscheidend für langfristig gute Übertragungseigenschaften ist zudem die Goldschichtdicke der Kontakte in den Steckern. Hier wird häufig als erstes gespart. Aufbau und Verarbeitung der Stecker wirken sich entscheidend auf die Übertragungseigenschaften eines Anschlusskabels aus. Vor allem bei Übertragungsraten im Gigabit/s-Bereich sollten über die komplette Verkabelungsstrecke hinweg inklusive der Patchungen optimale Übertragungsbedingungen herrschen, um einen störungsfreien Datenstrom sicherzustellen. Lässt sich z.B. die Steckertülle auf dem Kabelmantel verdrehen, werden auch die Adern auf den Kontakten bewegt. Damit verschlechtert sich die Kontaktierung, was wiederum die Übertragungswerte beeinträchtigt. Zudem besteht die Gefahr, dass es zu einer Unterbrechung oder zum Kurzschluss kommt. Wenn Installateure und Netzwerkverantwortliche sicher gehen möchten, dass sie Anschlusskabel in der gewünschten Qualität erhalten, sollten sie ihre Patchkabel einmal genauer unter die Lupe nehmen. Wer auf der Suche nach einer neuen Lösung ist, sollte auf jeden Fall vorab ein Muster und die zugehörigen Prüfprotokolle anfordern. Entscheidend für gleichbleibende Qualität sind eine dokumentierte Qualitätssicherung und kontrollierte Prozesse. Ist das nicht der Fall, ist Vorsicht geboten.

Verbindung zwischen Adern und Steckerkontakten

Die mechanische Güte eines Kupferanschlusskabels lässt sich sehr einfach testen: Beim Ziehen und Drehen an Stecker und Kabel dürfen sich weder Tülle noch Stecker vom Mantel lösen. Denn dann treten zwischen den Adern und den Steckerkontakten Zugkräfte auf. Die Adern bewegen sich im Stecker. Ein Anschlusskabel für Datenanwendungen muss den Spezifikationen der IEC61935-2 ED. 3 entsprechen und die dort festgelegten mechanischen Mindestanforderungen einhalten. So schreibt die Norm einen Zugfestigkeitstest mit Zuglasten bis 50 Newton vor, bei dem sich das Kabel maximal um einen Millimeter längen darf. Beim Flexibilitätstest wird ein Stecker fixiert und das Kabel mit 2N Zug um 180° um den Stecker herum gedreht. Bei beiden Prüfungen dürfen sich die Übertragungswerte nicht nennenswert verändern. Außerdem schreibt die Norm eine Mindestlebensdauer von 750 Steckzyklen vor. Um diese Forderungen sicher einzuhalten, ist es förderlich, wenn beispielsweise die Tülle eines FlexBoot-Patchkabels sicher und zugfest am Stecker eingerastet ist oder wenn der Stecker fest mit einem weichen, thermoplastischen Elastomer (TPE) umspritzt ist. Bei umspritzten Steckern sind alle Adern und Kontakte im Stecker definiert positioniert und können nicht mehr bewegt werden. Beim Aufbringen des Thermoplasts wird der Mantel mit erwärmt und kann beschädigt werden. Deshalb sollte nur ein kleiner Bereich des Mantels umspritzt sein und dieser mit einem aufgesteckten Knickschutzelement, einer Tülle geschützt werden (DualBoot). Anschlusskabel mit solchen Steckern erreichen eine weit höhere Zug- und Torsionsfestigkeit zwischen Kabel und Stecker als die Norm fordert.

Vibrationsfestigkeit

Die Vibrationsfestigkeit einer Verbindung lässt sich optimieren, indem der RJ45-Stecker im eingerasteten Zustand möglichst tief und damit fest in der Buchse sitzt. Dabei müssen die standardisierten Abmaße nach IEC60603-7-x eingehalten sein, um die Steckerkompatibilität nicht einzuschränken. Die Einstecktiefe kann bei Patchkabeln für IT-Anwendungen zwischen etwa 9 und 12mm variieren. Bei RJ45-basierten Systemcords für Industrieanwendungen sollte die Einstecktiefe möglichst nahe bei 12mm liegen. Die Patchkabel der EasyLan-Systeme von ZVK beispielweise werden nach den Vorgaben von Harting, dem führenden Anbieter im Bereich Industrievernetzung, getestet und sind entsprechend vibrationsfest ausgelegt.

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