Lösungen für die Nieder- und Mittelspannung

Durch Simulation Schwachstellen beseitigen

Am norditalienischen Standort Dalmine unweit der Stadt Bergamo produziert ABB nicht nur gas- und luftisolierte Schaltanlagen für die Mittelspannung, in dem Werk wurde im Jahre 2012 auch das sogenannte Smart Lab eingerichtet. Dort werden zahlreiche Technologien, die für zukunftssichere Energieversorgungssysteme im Bereich Nieder- und Mittelspannung von Bedeutung sind, getestet. Mitte Mai hatten über 60 Vertreter der europäischen Fachpresse die Gelegenheit, das Labor und weitere Testeinrichtungen in Augenschein zu nehmen.

 Das ABB-Werk im norditalienischen Dalmine in der N?he von Bergamo beherbergt neben einer Fertigung f?r Mittelspannungs-Schaltanlagen das sogenannte Smart Lab. (Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH)

Das ABB-Werk im norditalienischen Dalmine in der Nähe von Bergamo beherbergt neben einer Fertigung für Mittelspannungs-Schaltanlagen das sogenannte Smart Lab. (Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH)

Eines der Megathemen im dritten Jahrtausend ist eindeutig die intelligente Gewinnung und Verteilung von Energie – und auch hier spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Um auf diesem Weg voranzukommen, sind die Global Player ABB und Microsoft eine strategische Partnerschaft eingegangen. Ein Ergebnis dieser Kooperation ist ABB Ability, ein Konzept, das digitale Geräte, Anlagen, Lösungen und Services von ABB bündelt und so Mehrwert für den Anwender schaffen soll. „Als führender Anbieter von Software, Anlagenbau und Elektrotechnik verbinden wir Menschen und Maschinen seit über 40 Jahren“, betont Tarak Mehta, Leiter der Division Elektrifizierungsprodukte bei ABB. „Im Bereich der Energieverteilung gibt es für ABB Ability eine Reihe von zentralen Treibern der Digitalisierung: Wir müssen es für unsere Kunden einfacher machen, mit uns Geschäfte zu machen. Sei es durch die Bereitstellung digitaler Informationen oder Tools zur Produktauswahl, Konfiguration und zum Auftragsmanagement, oder durch erweiterte Funktionen für die Vernetzung und Integration von Produkten und Systemen, sodass einzelne Lösungen im Gesamtsystem besser zusammenarbeiten, oder durch die vielleicht wichtigste Möglichkeit, nämlich mit Services zur Remote-Überwachung und vorausschauenden Wartung die Produktivität eines ganzen Standortes oder eines elektrischen Systems zu steigern.“ ABB Ability umfasst eine Reihe von Angeboten, die Verbesserungen in der Energieverteilung, Automation und Elektromobilität unterstützen, beispielsweise das ABB Ability Electrical

„Wir müssen es für unsere Kunden einfacher machen mit uns Geschäfte zu machen.“, sagt Tarak Mehta, Leiter der Division Elektrifizierungsprodukte bei ABB. (Bilder: ABB Stotz-Kontakt GmbH)

Distribution Control System, Ladestationen für Elektrobusse und Elektroautos, digitale Schaltanalagen oder Lösungen für die besonderen Anforderungen an die Energieversorgung von Rechenzentren. Das System ist eine Cloud-Computing-Plattform zur Überwachung, Optimierung und Steuerung elektrischer Systeme. Das System vernetzt die elektrischen Geräte einer Anlage mit dem Internet der Dinge und nutzt in die ABB Schaltgeräte integrierte Kommunikations- und Überwachungsmodule, um präzise Informationen und Steuerfunktionen bereitzustellen.

Unter kontrollierten Bedingungen testen

Das im Jahr 2012 eingerichtete Smart Lab im ABB-Werk in Dalmine spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, unter kontrollierten Bedingungen die Anforderungen großer Elektrizitätsnetzwerke zu simulieren und zu analysieren, um gegebenenfalls Schwachstellen zu identifizieren und so zu einer sichereren Energieversorgung beizutragen. Hier können die Bedarfe von Großverbrauchern wie Städten, Krankenhäuser oder Flughäfen simuliert werden. Im Laboratorium wird die Funktionsweise und das Zusammenspiel von Mittel- und Niederspannungsanlagen, Schutzrelais, Strom- und Spannungssensoren, unterschiedlichen Kommunikationsmodulen sowie Monitoring-Systeme untersucht. Um die Praxistauglichkeit zu erhöhen, arbeitet ABB in seinem Smart Lab eng mit Hochschulen und anderen Forschungsanstalten, aber auch mit unterschiedlichen Kunden zusammen. So können unterschiedliche Micro Grids abgebildet und analysiert werden und noch besser auf individuelle Kundenbedürfnisse eingegangen werden. „Um eine möglichst reibungslose Energieversorgung sicherzustellen, ist es beispielsweise wichtig, im Falle eines Fehlers in einer Substation innerhalb des Gesamtsystems diesen rasch zu identifizieren und möglichst zu isolieren, damit die Energieversorgung der übrigen Teile reibungslos fortgesetzt wird. Mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die unsere Hardware heute bietet, ist dies möglich“, erläutert Paolo Perani, Strategic Business Development Manager bei ABB im Bereich Mittelspannungsprodukte. Ergänzt wurde der Besuch des norditalienischen ABB-Werkes für die anwesenden Fachpressevertreter mit einer Führung durch die Produktion der Mittelspannungs-Schaltanlagen, Einrichtungen für Klima- und EMV-Tests sowie der Demonstration einer Virtual Reality Software, bei der eindrucksvoll zu sehen war, wo die Reise in Sachen Inbetriebnahme und Wartung von Schaltanlagen künftig hin gehen wird. Um den Pressevertretern einen Eindruck zu vermitteln, wie die ABB-Technologie in der Realität funktioniert, stand zum Abschluss des Programms der Besuch der Firma Rubinetterie Bresciane auf dem Programm. Der Hersteller von Kugelhähnen, Absperrklappen, Rückschlagventilen, Druckminderern und Messing- sowie Edelstahlfittings hat in seiner Produktionsstätte in Brescia Nieder- und Mittelspannungsanlagen von ABB im Einsatz. (jwz)

Systeme und Komponenten werden in Dalmine auch im Hinblick auf ihre EMV-Vertäglichkeit getestet. (Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH)

Im Smart Lab können die Anforderungen von Großverbrauchern elektrischer Energie simuliert werden. (Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH)

Durch Simulation Schwachstellen beseitigen
Bild: ABB Stotz-Kontakt GmbH


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