Eplan Pro Panel Version 2.4:

Produktentstehung ‚durchgängig‘

Die Aufgaben im Steuerungs- und Schaltanlagenbau sind einfach formuliert: Qualität, Effizienz und Innovation steigern und zugleich Kosten senken. Angesichts sinkender Stückzahlen pro Auftrag ist es umso wichtiger, Planungs- und Fertigungsprozesse hocheffizient und straff zu organisieren. Denn nur so lassen sich Liefertreue und hohe Qualität garantieren.
Mit steigendem Wettbewerbsdruck und dem resultierenden Bedarf an Differenzierung müssen Unternehmen heute kunden-individuelle Produkte und Projekte wirtschaftlich anbieten. Ein typisches Beispiel für die zunehmende Individualisierung komplexer Produkte bei gleichzeitigem Kostendruck ist der Schaltschrankbau. Effiziente Prozesse im Engineering und in der Produktion sichern Dienstleistern der Automatisierungstechnik dabei einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil. Grundvoraussetzung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau ist ein durchgängiger Produktentwicklungsprozess und die Datendurchgängigkeit in der Produktentstehung. Eplan Pro Panel ist eine in dieser Hinsicht technologisch führende CAE-Lösung zum 3D-Engineering von Schaltschränken und Schaltanlagen. Sie umfasst den 3D-Montageaufbau für die elektro- und fluidtechnische Projektierung von Schaltschränken ebenso wie die virtuelle 3D-Verdrahtung, die Konstruktion flexibler Stromverteiler- und Kupferschienen in 3D sowie die Fertigungsintegration in Form von Daten für Aderkonfektionierung oder die mechanische Bearbeitung von Bauteilen auf Fertigungsautomaten. Exakt abgestimmt auf diese Anforderungen ist die neue Version 2.4 der Eplan Plattform mit Eplan Pro Panel, die seit September 2014 verfügbar ist.

Übernahme und Weiterverarbeitung von Daten

Entscheidend für eine effiziente Gestaltung des Produktentwicklungsprozesses im Schaltschrankbau ist die Übernahme und Weiterverarbeitung von Kundenprojektdaten, beispielsweise in Form von Schaltplänen, Betriebsmittellisten und Verbindungsinformationen. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass dem Schaltschrankbauer in der Regel nur wenige Kundenprojekte digital und datenkompatibel bereitgestellt werden. Ideale Unterstützung bietet hier die neue Version Eplan Pro Panel – Project Processing. Mit diesem Erweiterungsmodul können Daten aus externen Programmen (z.B. Fremd-CAE-Systeme, ERP-Systeme, Excel-Listen etc.) in ein Eplan-Projekt importiert werden. Auf Basis der in Pro Panel integrierten Betriebsmittel und der Informationen zu Verbindungen lassen sich komplette Montageaufbauten in 3D inkl. virtueller Verdrahtung schnell und einfach realisieren. Neu ist auch die Übernahme von Betriebsmittel- und Verbindungslisten direkt aus MS-Excel und der Abgleich der Daten mit bereits im Projekt vorhandenen Betriebsmitteln und Verbindungen. Das ermöglicht nicht nur die einfache Übernahme und Verdichtung von Daten aus den vorgelagerten Planungsprozessen des Endkunden. Der Abgleich mit den bereits vorhandenen Projektdaten erlaubt es, im Fall von Änderungen diese konkret einzusteuern, zu bewerten und im Projekt zu ergänzen. Ebenfalls neu: Den zu importierenden Betriebsmitteldaten können jetzt die passenden Artikeldaten aus der Eplan Artikelverwaltung zugewiesen werden. Über die Weiterverarbeitung externer Artikel und Logikinformationen hinaus stellt die neue Version der CAE-Software auch Möglichkeiten bereit, Informationen zu Bohrbildern z.B. via DXF/DWG-Format aus M-CAD- oder anderen E-CAD-Systemen oder direkt aus den Bibliotheken von Kiesling Perforex-Bearbeitungszentren zu übernehmen. Weiterer Benefit: Die neue Version von Eplan Pro Panel bietet zusätzlich die Möglichkeit, Bauteilkonturen und Bohrungen im 2D-Grafikeditor ganz einfach zu zeichnen und als Bohrbilder in der Artikelverwaltung zu hinterlegen bzw. einzelnen Artikeln zuzuordnen.

Interdisziplinäres Engineering: Kopplung zu M-CAD

Vielfach fordern OEMs im Maschinen- und Anlagenbau heute höchst individuelle Gehäuselösungen für ihre Schaltschrankapplikationen, die oftmals nicht mit dem Standardportfolio der Schaltschrankgehäusehersteller realisiert werden können. Die Gehäuse müssen zunächst individuell auf die Kundenanforderung hin und mit Unterstützung professioneller 3D-CAD Anwendungen für die mechanische Konstruktion konstruiert werden. Die Herausforderung: Für den elektrotechnischen Ausbau des Gehäuses sind die Informationen aus dem Automatisierungsprojekt erforderlich. Diese stehen im M-CAD Tool üblicherweise nicht zur Verfügung. Gängige Wege die Daten der mechanischen Gehäusekonstruktion in einer E-CAD Applikation bereitzustellen oder umgekehrt sind wenig effektiv, zeitaufwändig, von Datenverlust und manuellen Tätigkeiten geprägt. Einen neuen Ansatz bietet hier die Eplan Design Space Exchange Technologie (DSE). Es handelt sich um ein Erweiterungsmodul zu Eplan Pro Panel Professional, dass gemeinsam mit den M-CAD-Spezialisten der Schwesterfirma Cideon entwickelt wurde und mit der Version 2.4 von Eplan Pro Panel erstmals zur Verfügung steht. Das Prinzip: Aus der M-CAD Applikation heraus wird das 3D-Modell bereitgestellt und in Eplan Pro Panel eingelesen. In dieser vorgegebenen Installationsumgebung (Design Space) erfolgt dann in Eplan Pro Panel zunächst der 3D-Montageaufbau von Kabelkanälen, Tragschienen, Sammelschienensystemen und Betriebsmitteln. Die damit einhergehende Integration von Fertigungsinformationen in Form von Bohrungen, Gewinden oder Ausschnitten ist die Grundlage für den nächsten Prozessschritt: Die Bereitstellung dieser Informationen für die M-CAD-Applikation. In Folge werden die jetzt in Eplan Pro Panel vorhandenen Daten zu Befestigungsbohrungen, Gewinden oder Ausschnitten auf Knopfdruck an die M-CAD Applikation übergeben, dort eingelesen und mit den Methoden des M-CAD Systems in das originale 3D-MCAD Modell integriert. Das geschieht vollautomatisiert und auf Wunsch auch inklusive der in Pro Panel platzierten Kabelkanäle, Tragschienen und Betriebsmittel. Das Resultat: Ein vollständiges, 3D-parametrisches M-CAD Modell des Schaltschrankgehäuses inklusive aller für die Fertigung erforderlichen Informationen, das dann u.a. in Form von Abwicklungen und in die Fertigung eingesteuert werden kann. Zugleich existiert auf Eplan Seite eine ganzheitliche Projektdokumentation inklusive aller Verdrahtungsinformationen für die Konfektionierung von Kabeln und Drähten.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • •  DSE bietet eine neue Technologie zur interdisziplinären Produktentwicklung
  • •  Es eliminiert redundante Datenerstel lung und -haltung
  • •  Bezüge zum Automatisierungsprojekt bleiben erhalten
  • •  ebenso bleibt die Parametrik des 3D-Mechanikmodells erhalten
  • •  Daraus folgt eine nachhaltige Paralle lisierung der PEP-Prozesse im Schalt schrankbau

Aktuell steht die Lösung für Eplan Pro Panel Professional in Verbindung mit Autodesk Inventor 2014 und 2015 zur Verfügung.

Standardisierung und regelbasierte Konfiguration

Ein weiterer wichtiger Baustein des Eplan Produktportfolios auf dem Weg zum effizienten Engineering ist das Eplan Engineering Center One (EEC One). Mit der Version 2.4 der Eplan Plattform eröffnet die neue Kopplung zwischen Eplan Pro Panel Professional und EEC One die Möglichkeit, beispielsweise vorgedachte Montageplattenlayouts in 3D automatisiert zu generieren. So lassen sich vordefinierte Standardlayouts, z.B. für Montageplatten, als 3D-Makro-Dateien hinterlegen und projektspezifisch im EEC One auswählen. Auf Basis entsprechender Vorgaben, der sogenannten Konfiguration im EEC One, werden die im Hardware-Engineering vorgesehenen Betriebsmittel des Projektes automatisch auf den Tragschienen aufgereiht oder an definierten Positionen auf der Montageplatte platziert. Was für das Layout von Montageplatten gilt, gilt natürlich gleichermaßen auch für das Layout aller anderen Montageebenen eines Schaltschranks, wie z.B. Türen, Seitenwände oder Dachbleche. Der Aufwand für die Positionierung der Betriebsmittel reduziert sich so erheblich. Mit Hilfe zusätzlicher Optionen und weiterführender Funktionalitäten von Eplan Pro Panel, beispielsweise dem Erweiterungsmodul Process Copper für die Konstruktion individueller Kupferschienen und flexibler Stromverteiler, lassen sich die vorgedachten und automatisch generierten Montagelayouts auftragsspezifisch erweitern und anpassen. Diese neue Kopplung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Standardisierung im Technologie-Engineering von Schaltschränken und Schaltanlagen, der die Produktentwicklung in weiten Teilen automatisiert, deutlich effizienter gestaltet und den Grad der Wiederverwendung nachhaltig erhöht. Durch diese Automatisierung wird nicht nur der Aufwand der manuellen Positionierung von Bauteilen deutlich reduziert. Auch die Qualität der Schaltschränke und deren Dokumentation steigt, da Platzierungsfehler vermieden werden.

Korrekter Montageaufbau und effiziente Entwärmung

Für das eigentliche Endprodukt, die fertig ausgebaute Schaltschrankapplikation ‚ready to plug in‘, ist der korrekte Montageaufbau ein wesentlicher Aspekt – in Hinblick auf Funktion, auf Wartungsfreundlichkeit und insbesondere in Hinblick auf Betriebssicherheit. Und eben diese Betriebssicherheit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wohl Wesentlichste: Die korrekte Entwärmung durch eine geeignete und dabei effizient ausgelegte Klimatisierungslösung. Mit der Version 2.4 hat Eplan dazu eine Reihe neuer Funktionen und Optionen realisiert und die bereits bestehende Kopplung zu Rittal Therm, der Konfigurations- und Auslegungssoftware für Heizung, Lüftung und Klimatisierung von Schaltschrankapplikationen, umfangreich erweitert. So sieht Eplan Pro Panel jetzt die Definition der Aufstellsituation, der den Schaltschrank umgebenden Medien, die Definition von min./max. Temperaturbereichen innerhalb und außerhalb des Schaltschranks u.v.m. vor. Sie alle sind vordefinierbare Eigenschaften für die korrekte Auslegung im Zusammenspiel mit Rittal Therm. Hinzu kommen definierbare Klimatisierungszonen und die Festlegung der Zugehörigkeit von Schaltschränken und Komponenten je Klimazone. Das erlaubt zum einen die differenzierte Auslegung der Klimatisierung je Zone, z.B. innerhalb einer Anreihung von Schaltschränken -und damit eine deutlich effizientere Klimatisierung insgesamt. Ebenfalls neu ist die Berücksichtigung der Verlustleistung einzelner Komponenten unter Berücksichtigung des sogenannten Gleichzeitigkeitsfaktors und die Berechnung der Verlustleistung von Sammelschienen und Sammelschienensystemen. Die in dieser Hinsicht ebenfalls erweiterte Schnittstelle zu Rittal Therm beinhaltet jetzt die automatische Übergabe der definierten Projektparameter und die Möglichkeit, für definierte Klimatisierungszonen differenzierte Klimatisierungslösungen auszulegen. Insgesamt unterstützt die Lösung den Anwender so bei der Auslegung und Dimensionierung effizienter Klimatisierungskonzepte und bei der Einhaltung der Richtlinien der neuen DIN IEC 61439, die ab November 2014 bindend für die Konzeption und Auslegung elektrischer Schaltgerätekombinationen ist, die in Umlauf gebracht werden.

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