Schaltschränke erfolgreich in die USA exportieren

Maschinen- und Schaltschrankbauer, die ihre Produkte in die Vereinigten Staaten und nach Nordamerika liefern wollen, müssen sowohl die technischen als auch die rechtlichen Anforderungen einhalten. Fehler im Hinblick auf die Anwendungsstandards UL 508A und NFPA können hierbei extrem kostspielig werden. Der britische Schaltschrankbauer PP Electrical Systems Ltd. ist seit über 20 Jahren mit diesen Normen vertraut und berichtet über vermeidbare Standard-Fehler und hohe Folgekosten die entstehen, wenn die geltenden Richtlinien nicht eingehalten werden.

 Schaltschrank-Fertigung unter Berücksichtigung unterschiedlichster Verkabelungsnormen für internationale Einsatzzwecke (Bild: PP Electrical Systems Limited)

Schaltschrank-Fertigung unter Berücksichtigung unterschiedlichster Verkabelungsnormen für internationale Einsatzzwecke (Bild: PP Electrical Systems Limited)

PP Electrical Systems ist spezialisiert auf komplexen und hoch-qualitativen Schaltanlagenbau. Das Unternehmen verfügt über umfassende Erfahrungen in der Entwicklung und dem Bau von Anlagen nach UL 508A Standards (Underwriters Laboratory). Im Tagesgeschäft stößt das Unternehmen immer wieder auf die Fragestellung, was ein UL-zertifiziertes Produkt eigentlich ausmacht – und warum auch sorgfältig konzipierte Schaltanlagen den UL-Anforderungen nicht genügen. UL 508A ist eine Richtlinie für Schalt- und Steueranlagen, die durch zertifizierte Inspektoren geprüft und überwacht wird. Die Prüfplakette UL 508A ist für den Kunden der Nachweis, dass ein Schaltschrank die behördlichen Auflagen an elektronische Installationen ohne Beanstandung erfüllt. Gleichzeitig stellt es für den Kunden sicher, dass die konstruktiven Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Hersteller, die die UL 508A-Zertifizierung führen dürfen, dokumentieren eine kontinuierliche Qualitätssicherung ihrer Fertigungsprozesse.

 Fehlervermeidung durch Automatisierung: automatisch gecrimpte und geprüfte Steckverbindungen (Bild: PP Electrical Systems Limited)

Fehlervermeidung durch Automatisierung: automatisch gecrimpte und geprüfte Steckverbindungen (Bild: PP Electrical Systems Limited)

 

Wovor sich der Vertrieb hüten sollte

„Wir erleben immer wieder, dass unsere Kunden davon überzeugt sind, dass ihre Anlagen UL-zertifiziert sind, sobald sie UL-zertifizierte Komponenten in einen Schaltschrank einbauen, der ebenfalls UL-klassifiziert ist. Tatsächlich arbeitet eine Reihe von Maschinenbauern nach diesem Ansatz und je nachdem, in welchen US-Bundesstaat sie exportieren, mag das ohne schwerwiegende Probleme funktionieren.“, sagt Tony Hague, Geschäftsführer bei PP Electrical Systems. Das geht jedoch nur so lange gut, bis eine Inspektion von staatlicher Seite oder durch einen gründlichen Baustellenleiter durchgeführt wird. Dann werden auch kleinste Mängel aufgedeckt und es können erhebliche Probleme mit hohem Nachbesserungsaufwand für den Hersteller entstehen. Beispielsweise müssen neue Komponenten geliefert werden und Ingenieure werden aus dem Tagesgeschäft gerissen, um das Problem vor Ort schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen. Hinzu kommen Vertragsstrafen für eine nicht fristgerechte Inbetriebnahme. Im schlimmsten Fall kann nicht nur die betroffene Maschine, sondern die gesamte Produktion stillgelegt werden. Neben den immensen Kosten hat der entstehende Vertrauensverlust auf Kundenseite einen großen Einfluss auf die zukünftigen Geschäftsbeziehungen. Um sicherzustellen, dass von Anfang an alle Voraussetzungen für einen reibungslosen Einstieg in den US-Amerikanischen Markt erfüllt werden, verfolgt die PP Electrical Systems einen proaktiven Ansatz. Das Unternehmen bietet komplette UL-Lösungen an, die die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Branchen und Einsatzbereiche bereits im Vorfeld abdecken. „Bevor wir eine UL-zertifizierte Schaltanlage fertigen, unterziehen wir das vom Kunden entwickelte Anlagendesign einer sorgfältigen Prüfung. So muss sichergestellt sein, dass das Anlagendesign mit den UL 508A-Richtlinien übereinstimmt – bevor die Anlagensteuerung entwickelt wird. Nur so können wir im nächsten Schritt dafür sorgen, dass mit der Fertigung unserer UL-zertifizierten Anlagensteuerung das komplette System die UL-Zertifizierung erhält.“, erläutert Tony Hague.

Aufbau Nennspannung und Netzwerkkonfiguration auf Kundenseite

Bei der Auswahl der richtigen Schalt- und Spannungsüberwachungsgeräte ist die detaillierte Kenntnis der lokalen Netzspannung und Netzform zwingend erforderlich. Nach wie vor wird in den USA häufig mit Dreieck-Netzen oder ungeerdeten Stern-Netzen gearbeitet und diese schließen den Einsatz moderner europäischer Lösungen aus. Im Normalfall werden Schaltschränke entweder einphasig mit 115V oder 3-phasig mit 480V bei 60Hz in das örtliche Stromnetz der USA eingebunden. UL-konforme Schaltanlagen werden bis zu 600V Maximum bewertet; üblich sind jedoch 115VAC, 240V oder 480V. Für den Fall unserer geerdeten Stern-Dreieck-Schaltung können beispielsweise transiente Überspannungen mit einer Spitze von 6kV zwischen der eingehenden Phase und der Erdung des Schaltelementes auftreten. Das kann z.B. während eines starken Gewitters oder durch lokale Störungen in der Versorgungsleistung der örtlichen Stromanbieter der Fall sein. Für den Anschluss an eine 690VAC-Stromversorgung sind noch einmal spezielle Beurteilungen und Entwicklungsnachweise erforderlich. Zusammengefasst ist es ratsam, bei der konstruktiven Umsetzung von UL508A Spezialisten einzubinden, die mit allen Anforderungen und Kreuz-Korrelationen mit anderen geltender US-Normen vertraut sind und über weitreichende praktische Erfahrungen in diesem Einsatzgebiet verfügen.

Drucke diesen Beitrag
Schaltschränke erfolgreich in die USA exportieren
Bild: PP Electrical Systems Limited


Das könnte Sie auch interessieren

Mathias Timm wird neuer Leiter der KMU-Vertretung beim BDEW

Zentraler Ansprechpartner für kleine und mittlere Mitgliedsunternehmen Mathias Timm übernimmt ab 1. September 2017 die Leitung der Vertretung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Er folgt auf Heike Schoon-Pernkopf.

Anzeige
Lapp verstärkt Engagement in der Ausbildung

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2017/2018 ermöglicht die Stuttgarter Lapp Gruppe 23 jungen Frauen und Männern den Start ins Berufsleben, drei mehr als im Vorjahr. „Als Familienunternehmen nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung besonders ernst.

Anzeige

Die Phoenix Contact-Unternehmensgruppe hat zum 31.08.2017 das baden-württembergische Unternehmen Epsilon, Gesellschaft für technische Informatik, übernommen. Das in Villingen-Schwenningen ansässige Haus ist Spezialist für Embedded Systems und Print Technologien.

Anzeige
Lösungen für die Industrieautomation präsentiert in Leipzig

Zwei Tage Automatisierung heißt es am 27. und 28. September 2017 im Globana Messecenter Leipzig/Schkeuditz anlässlich der Fachmesse All About Automation. Rund 100 Aussteller zeigen ihre Komponenten, Systeme, Lösungen und Innovationen für die Industrieautomation. Anwendern, Entscheidern und Praktikern aus Mitteldeutschland bietet die Fachmesse einen hohen Informationswert.

Zeugnisübergabe: 110 neue Fachkräfte in der Friedhelm Loh Group

In diesem Jahr schlossen insgesamt 110 junge Menschen ihre Ausbildung, ihr Studium oder ihre Nachqualifizierung in der Friedhelm Loh Group ab. Jetzt feierten die Absolventen des StudiumPlus und der Ausbildung bei Rittal und Loh Services ihre Zeugnisübergabe.

Anzeige

Bei Siemens haben in diesem Jahr allein in Deutschland wieder rund 2.300 junge Menschen ihre Berufsausbildung begonnen. Etwa 1.700 bildet Siemens für den eigenen Bedarf aus, weitere 600 kommen von externen Partnerunternehmen. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent liegt der Schwerpunkt wie in den Vorjahren auf technischen und IT-Berufen. So bietet Siemens zum Beispiel Ausbildungsplätze in Elektronik, Mechatronik, Zerspanungsmechanik oder Fachinformatik an.

Hannover Messe geht in die USA

Im September 2018 geht die erste Hannover Messe USA in Chicago an den Start. Die Strategie, mit den starken inländischen Messemarken ins Ausland zu gehen, setzt die Deutsche Messe seit Jahren um.

Barbara Frei wird Zone President DACH bei Schneider Electric

Dr. Barbara Frei (Foto), Geschäftsführerin Deutschland bei Schneider Electric, verantwortet seit 1. Juli 2017 die im Unternehmen neu geschaffene Region DACH. Grund für die organisatorische Zusammenlegung der Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht das Unternehmen im anhaltend starken Aufschwung dieser Märkte.

Der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau fiel im Juli erfreulich gut aus. Insgesamt legten die Bestellungen real um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. „Die Nachfrage aus den Europartnerländern konnte die hohe Drehzahl der vergangenen Monate zwar nicht ganz halten, doch dafür kam reichlich Schwung aus den Nicht-Euroländern“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Plus von 9 Prozent aus dem Ausland.

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie fiel im Juli 2017 um 7,1% höher aus als im Vorjahresmonat. Für den kumulierten Zeitraum von Januar bis Juli dieses Jahres ergibt sich dadurch ein Plus beim aggregierten Produktionsvolumen von 4,5%. Gleichzeitig haben die Elektrounternehmen ihre Produktionspläne im August heraufgesetzt.