1.200 Rahmen aus „Seenot“ gerettet

Containerweise Rahmen für ein Verdrahtungssystem von Lütze innerhalb kürzester Zeit ins chinesische Werk eines deutschen Automobilherstellers zu liefern – das ist schon eine Aufgabe. Zur echten Herausforderung wird es, wenn der Seeweg plötzlich dicht ist. Nur mit hohem Einsatz und viel Fortune ließen sich Termine halten.

Mit dem Automobilhersteller aus Niedersachsen pflegt Lütze eine langjährige und enge Technologiepartnerschaft. Die Schaltschrank-Infrastruktur weiterzuentwickeln heißt das gemeinsame Ziel. Zudem ist Lütze im Konzern aus Wolfsburg als Lieferant für das energieeffiziente AirStream-Verdrahtungssystem gelistet. Damit steht das mittelständische Unternehmen in der Pflicht, das Produkt global zu sourcen: Wo immer auf der Welt VW ein neues Werk baut, müssen in relativ kurzer Zeit sehr viele AirStream-Rahmen direkt verfügbar sein.

Aktuell gilt das für China, wo Volkswagen stark investiert. In Qingdao, einer Millionenstadt an der Ostküste, entsteht ein neues Werk. Die Fahrzeugproduktion soll dort ab 2018 anlaufen.

Zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 werden vor Ort rund 1.200 AirStream-Rahmen erwartet. Und hier wird es spannend. Denn auf dem üblichen Seeweg herrscht heftiger Gegenwind: Nachdem die siebtgrößte Containerschiff-Reederei der Welt Insolvenz anmeldete, fehlt die Frachtkapazität von 80 Schiffen und 500.000 Standard-Containern. Durch den Untergang der südkoreanischen Hanjin-Reederei sind schlagartig alle anderen Containerschiffe überbucht. Lütze läuft also Gefahr, mit der Lieferung in Verzug zu kommen. Nahezu unmöglich scheint es, die zahlreichen Container termingerecht nach China zu bekommen.

Um den ersten Ad-hoc-Bedarf in Qingdao zu bedienen, bleibt nur ein Weg: Luftfracht. So schickt Lütze 80 Europaletten mit AirStream-Rahmen auf dem Luftweg nach China. Leicht auszurechnen, dass dies der denkbar kostspieligste Weg für großformatige Artikel ist – aber eben auch der schnellste.

Damit ist nur der dringlichste Teil des Frachtproblems gelöst. Wie bringt man den weitaus größeren Anteil an AirStream-Rahmen vom Schwäbischen Weinstadt ins Ostchinesische Meer? Zumal weitere Engpässe die Lage zuspitzen: So hatte der Pilotenstreik bei Lufthansa auch das Cargo-Geschäft ausgebremst. Dann zieht die Jahresend-Rallye im Speditionsgeschäft mächtig an. Und in China naht das Neujahrsfest, was auch im Shanghaier Hafen für eine Woche Stillstand sorgt.

Um wenigstens eine weitere Charge vor dieser Zwangspause nach China zu bringen, zieht man in der Versandabteilung von Lütze weltweit alle Strippen. Und tatsächlich kann Peter Jurczyk, Leiter Einkauf und Logistik bei Lütze, mit guten Kontakten und Fortune in letzter Minute noch sechs Container auf ein Schiff quetschen. Damit sind Mitte Dezember rund 600 AirStream-Rahmen auf dem Weg, rechtzeitig eintreffend vor Chinese New Year. Weitere drei Container gehen kurz vor Jahresende raus; dann folgen kontinuierlich pro Monat ein bis zwei FEU (die Abkürzung für Forty-foot Equivalent Unit, also einen Standardcontainer von 40 Fuß Länge und 8 Fuß Breite).

Auf die letztlich erfolgreiche Verschiffung angestoßen wurde bei Lütze natürlich mit Tsingtao-Bier. Diese grünen Fläschchen, die fast jedes chinesische Lokal hierzulande führt, werden aus Qingdao importiert– selber Ort, nur andere Schreibweise.

Das Verdrahtungssystem AirStream konnte Lütze innerhalb weniger Jahre bestens im Markt etablieren. Bietet es doch klare Vorteile in Konstruktion, Planung, Montage und ein äußerst effektives Klimatisierungskonzept: Der spezielle Geräte- und Verdrahtungsaufbau bringt deutliche thermodynamische Vorteile. So lassen sich, verglichen mit herkömmlichen Systemen, bis zu 23 Prozent Kühlungsenergie einsparen und der Ausstoß von CO2.verringern. Die besonders platzsparende Bauweise aller AirStream-Rahmen bringt weitere ökonomische Vorteile. Im Rahmen der von Volkswagen initiierten Innovationsallianz Green Carbody Technologies forschte Lütze mit zahlreichen Partnern intensiv an besonders energieeffizienten und nachhaltigen Technologien.

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