CFRIP –
Abmanteln leicht gemacht

Chainflex-Leitungen mit
integriertem Reißfaden
verringern den Arbeitsaufwand deutlich

Wenn Kunden von Leitungen gefragt werden würden, was sie an den Produkten am meisten stört, würden wohl viele antworten: „Das Abmanteln ist eine echte Qual.“ Hier hat sich Igus, Experte für Leitungen in bewegten Anwendungen, über viele Jahre Gedanken gemacht, wie man dem Kunden Arbeitsaufwand ersparen kann, ohne die Lebensdauer der eigenen Leitungen zu verringern. Das Resultat: Der CFRIP-Reißfaden.

Bei der klassischen Lagenverseilungen in Leitungen kommt es bei bewegten Anwendungen schnell zum 'Korkenzieher' und zum Kabelbruch. (Bild: igus GmbH)

Bei der klassischen Lagenverseilungen in Leitungen kommt es bei bewegten Anwendungen schnell zum ‚Korkenzieher‘ und zum Kabelbruch. (Bild: igus GmbH)


Die ersten Ansätze bei der Suche nach einem geeigneten Werkzeug zum Absetzen von chainflex Leitungen lagen bei externen Lieferanten von Absetzmessern, speziellen Werkzeugen und anderen Lösungsansätzen. Diese sind jedoch in der Vergangenheit immer an den besonderen und einzigartigen Aufbauten der chainflex Leitungen gescheitert. Denn dieser besondere Aufbau der chainflex Leitungen ist gleichzeitig auch ein Fluch. So werden beispielsweise chainflex Steuerleitungen in der sogenannten Igus Bündelverseilung verseilt. Dabei werden die einzelnen Adern z.B. bei einer 18-adrigen Leitung nicht in zwei Lagen verseilt, sondern in jeweils vier einzelnen Dreierbündeln miteinander verseilt (Beispiele siehe Bild 1 und Bild 3). Der Außenmantel wird mit hohem Druck zwischen die Zwickel – die Freiräume zwischen den Adern – extrudiert. Dieses besondere Igus-Leitungsdesign hat den entscheidenden Vorteil, dass diese Leitungen in e-Ketten-Anwendungen praktisch nicht ausfallen können. Jedoch ist durch dieses von Igus entwickelte Design das Absetzen durch einen einfachen Rundschnitt des Außenmantels nicht möglich, stattdessen muss dieser vorsichtig aus den Zwickeln heraus geschnitten werden. Ganz anders als die marktüblichen, sogenannten kettentauglichen Leitungen, bei denen die Verseilung in mehreren Lagen durchgeführt und der Außenmantel auf Schlauch extrudiert wird. Das heißt, der Mantel ist relativ locker über das lagenverseilte Gesamtverseilgebilde extrudiert, meist durch eine Folie oder Vlies getrennt von den Adern. Diese Methode hat den Vorteil, dass das Absetzen durch einfaches Einschneiden und Abziehen des Außenmantels sehr einfach und schnell ist. Doch diese Methode des Leitungsaufbaus, der auch als der Standard auf dem Markt zu betrachten ist, hat einen entscheidenden Nachteil: Die Haltbarkeit in dauerbewegten Kettenanwendungen ist sehr eingeschränkt. So fallen diese Leitungen aufgrund der Konstruktion aufgrund von Korkenziehern oder Aderbrüchen vermehrt aus.
 Bei der klassischen Lagenverseilungen in Leitungen kommt es bei bewegten Anwendungen schnell zum 'Korkenzieher' und zum Kabelbruch. (Bild: igus GmbH)

Bei der klassischen Lagenverseilungen in Leitungen kommt es bei bewegten Anwendungen schnell zum ‚Korkenzieher‘ und zum Kabelbruch. (Bild: igus GmbH)

Hohe Lebensdauer und leicht absetzbar – ein Widerspruch?

Diese Problematik zu lösen war die Aufgabenstellung in den letzen Jahren. Da Igus auf keinen Fall die Lebensdauer seiner Leitungen reduzieren wollte, aber gleichzeitig den Wunsch nach leichterer Absetzbarkeit gerade bei langen Längen nachkommen wollte, mussten andere Wege gefunden werden. So kam die Idee der Reißfadentechnologie ‚CFRIP‘ auf. Es musste nur ein dünner und hochfester Reißfaden unter dem Außen- oder Innenmantel mitgeführt werden, der beim Absetzen von einer langen Leitungslänge aus dem Mantel herausgeholt wird und mit dessen Hilfe der Mantel aufgerissen werden kann. Eine Herausforderung, wenn man so hohen Anspruch an Haltbarkeit an seine Produkte stellt. Denn nicht umsonst bietet Igus inzwischen eine bis zu 36-monatige Garantie im chainflex Garantie-Club an. Hier erhält der Kunde standardisierte Garantien, die weit über die gesetzliche Gewährleistung von zwölf Monaten hinausgehen. Dass Igus Garantiezusagen geben kann, liegt an seiner besonderen Testkompetenz. In über 20 Jahren sind im 1.750m² großen Igus-Labor rund 300.000 Testversuche gelaufen. Somit stellte sich Igus nun die Frage nach dem Reißfaden von einer ganz neuen Betrachtungsseite. Im Gegensatz zu normalen Leitungen und Kabeln sind chainflex Leitungen in ständiger Bewegung. Der Faden muss zum einem sehr dünn sein, aber gleichzeitig sehr reißfest, um damit die hochfesten Mantelwerkstoffe aufreißen zu können. Wenn die Leitung in Bewegung ist, darf der Faden aber nicht die Isolation der Adern beschädigen. In fast zwei Jahre dauernden Versuchsreihen wurde im Igus-eigenen Labor ausgiebig getestet. Hierbei wurden die unterschiedlichen Werkstoffarten und Beschichtungen verglichen. Von verschiedensten Faden-Herstellern wurden Fadentypen, Werkstoffe und Beschichtungen in Igus Leitungen eingefertigt und diese in der Dauerbewegung über Millionen von Zyklen getestet. Dabei trennte sich dann sehr schnell die ‚Spreu vom Weizen‘. Viele Fäden waren den Mantelwerkstoffen von Igus nicht gewachsen und rissen, bevor der Mantel geöffnet wurden. Andere Fadenmaterialien und Aufbauten zerstörten nach den getesteten Millionen von Zyklen tatsächlich die Isolationswerkstoffe der Adern. Denn die Bewegung der Adern zum Faden ist nicht unerheblich. Nach über zwei Jahren und 15 unterschiedlichsten Testreihen hat Igus die richtige Faden/Beschichtungskombination für den Igus CFRIP-Reißfaden qualifiziert. Dieser chainflex-Reißfaden bietet folgende klare Vorteile für den Nutzer der chainflex-Leitungsserien: Erstens eine leichte Absetzbarkeit von langen Absetzlängen, die üblicherweise im Schaltschrank benötigt werden. Zweitens eine 50-prozentige Zeitersparnis bei der Absetzbarkeit von chainflex Leitungen mit Reißfaden. Und drittens garantierte und uneingeschränkte Nutzbarkeit in der e-Ketten-Anwendung ohne Beschädigung von Aderisolation oder Außenmantel. Eine anschauliche Darstellung des CFRIPFunktionsprinzips zeigt ein kurzer Video-Clip unter http://www.igus.de/de/ CFRIP.

Das könnte Sie auch interessieren

Das könnte Sie auch interessieren

Ob Serienfertigung oder Unikate: Zum klassischen Schaltschrankbau gehört eine Vielzahl manueller Arbeitsschritte. Das macht den Prozess insgesamt zeitaufwendig und teuer. Die Lösung: Eine Produktivitätssteigerung bei gleichzeitig höherer Flexibilität und Transparenz verspricht die durchgängige Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vollständig digitalisierte Prozessabläufe erhöhen die Effizienz in Fertigung und Planung um fast 40 Prozent. ‣ weiterlesen

Anzeige

Die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft ist geprägt durch komplexe Systeme, integrale Prozessen und deren Verknüpfungen in der physisch-realen wie auch digital-virtuellen Welt. Deren Handlungsräume nehmen direkten Einfluss auf die Produktionswelt und sind unter dem Stichwort Industrie 4.0 weltweit subsummiert. Im persönlichen wie auch im beruflichen Umfeld wachsen so Produkte, Dienstleistungen, Produktionsanlagen wie auch Objekte mit eingebetteter Software zu intelligenten und verteilten Systemen zusammen und verlangen unsere „cyberphysische“ Aufmerksamkeit. Wie können wir diesen Anforderungen gerecht werden? Was beschreibt die DNS des Mitarbeiters der Zukunft für produzierende Unternehmen?‣ weiterlesen

Anzeige

Es scheinen goldene Zeiten anzubrechen: Überall wird von neuen Geschäftsmodellen gesprochen. Sie versprechen erweiterte Geschäftsfelder für traditionelle Elektrobetriebe ebenso, wie einen profitablen Business Plan für eine Unternehmensgründung. Auch müssen sie herhalten als Hoffnungsträger bei drohenden Arbeitsplatzverlusten, die angesichts fortschreitender Automatisierung in Produktionsbetrieben befürchtet werden. Aber wie genau können diese Modelle aussehen? Und wer kann diese Dienstleistungen erbringen? Wer braucht sie? Wir geben eine Antwort. ‣ weiterlesen

Anzeige

Schaltgeräte haben den Schritt in das Zeitalter des Industrial Internet of Things (IIOT) bereits vollzogen. Dies machte auf der zurückliegenden Hannover Messe unter anderem das Angebot am ABB-Stand deutlich. Der SCHALTSCHRANKBAU unterhielt sich auf der weltgrößten Industriemesse mit Giampiero Frisio, Leiter der Business Line Smart Power, unter anderem über die Möglichkeiten, wie Anlagenbauer unter Nutzung der modernen Hard- und Softwarelösungen ihre Zukunftsfähigkeit sichern können. ‣ weiterlesen

Im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobilindustrie werden Schaltschranklösungen mit Automatisierungstechnik zur Steuerung, Überwachung und Diagnose der jeweiligen Applikation benötigt, um einen effizienten und stabilen Produktionsablauf sicherzustellen. Da die Anforderungen der Anwender und die Einsatzbereiche meist spezifisch sind, müssen die Lösungen individuell designt und entwickelt werden, was einige Nachteile mit sich bringt. Wie es anders gehen kann, zeigt das modulare Baukastensystem Smart Production Cabinet von Phoenix Contact. ‣ weiterlesen

Vor allem in Zügen gelten spezielle Anforderungen an die Sicherheit – und das schon im kleinsten Detail. Emka hat daher einen neuen Sicherheitsvorreiber mit Markierung und Öffnungsindikator entwickelt. Das Thema Brandschutz adressiert der Anbieter mit der Optimierung seiner bewährten EPDM-Dichtungen. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige