Wie KMUs sich um vorhandene und
zukünftige Mitarbeiter bemühen sollten

Das Personal wertschätzen
und würdigen

Die Kompetenz ist gut, die Produkte stimmen und die Auftragsbücher sind voll. Jetzt kann eigentlich nur eines das Unternehmen vom Wachstumskurs abbringen: Die Personalsituation. In Zeiten von faktischer Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel wird Personalmanagement (Human Resources) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu einem strategischen Faktor. Neue Mitarbeiter zu finden, aber auch die eigenen durch Sinnstiftung langfristig ans Unternehmen zu binden, ist eine wichtige Aufgabe, die gerade bei KMUs häufig nicht mit der gebotenen Professionalität angegangen wird. Dabei kann sich hier die Zukunft entscheiden.
„Früher habe ich die Personaldinge nebenher gemacht, und als wir größer wurden, war das die Aufgabe meiner Frau, die sowieso die Löhne überwiesen hat“, berichtet ein Firmenchef, der nicht genannt werden will. Dabei beschreibt er die Praxis vieler kleiner und mittlerer Unternehmen. Viele haben erst ab 80 oder 100 Mitarbeiter Personalverantwortliche, die sich um mehr kümmern, als nur darum, dass der Lohn pünktlich kommt. In Zeiten faktischer Vollbeschäftigung und voller Auftragsbücher hat sich der Personalmarkt gedreht – von einem Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt. Arbeitnehmer können sich ihren Arbeitgeber eher aussuchen als umgekehrt. Da ist es sinnvoll, über aktives Personalmanagement nachzudenken. Schließlich sollte ein Unternehmen auf Wachstumskurs sich als allererstes darum kümmern, dass die eigenen Mitarbeiter an Bord bleiben und sich wohlfühlen. Ein weiterer Punkt ist das Überdenken der Einstellungspraxis. Die Firma Sedotec aus Ladenburg hat genau das zum strategischen Faktor erklärt und den Bereich Human Resources entsprechend gestärkt und mit einem Profi besetzt. Seitdem hat sich bei dem weltweit etablierten Spezialisten in der Fertigung und Lieferung von Schaltschrank-Systemen und Schaltschrankteilen für die Elektroindustrie die Kommunikation verändert sowie ein neuer Teamgedanke ausgebreitet. Zahlreiche Maßnahmen wurden angestoßen, die Distanz zwischen Geschäftsführung und Mitarbeiter hat sich verringert. Und manchmal gibt es sogar Applaus für die Geschäftsführung.

Vertrauen und den Teamgedanken fördern

„Wer Leistung fordert, muss auch Sinn stiften“, bringt es Dirk Seiler auf den Punkt. „Eine der Prämissen unseres Lean Management Programms ist die Förderung von Potenzialen jedes Mitarbeiters und jeder Führungskraft.“ Zur Unterstützung hat sich der geschäftsführende Gesellschafter von Sedotec im November 2016 einen HR Manager ins Boot geholt. Rüdiger Baumann, der bei Sedotec für den Bereich Personal verantwortlich ist, hat nach einem knappen halben Jahr festgestellt, „dass die Mitarbeiter jetzt mehr miteinander statt übereinander reden.“ Zunächst hat er die Zeiterfassung digitalisiert. Das führte zu mehr Transparenz. Jeder Mitarbeiter kann jetzt jederzeit und überall sein Arbeitszeitkonto einsehen. Die Auswertung durch den Personalverantwortlichen dauert jetzt statt einer Stunde täglich nur noch fünf Minuten. Eingesparte Zeit, die für aktives Personalmanagement eingesetzt wird. Neben technischer Maßnahmen geht es Baumann jedoch vor allem um ein offenes Ohr und offene Türen. Mit allen der 120 Mitarbeiter am Hauptsitz Ladenburg und in der Niederlassung Mittweida hat er gesprochen. „Das war mir sehr wichtig. Ich will die Sorgen und Wünsche der Kollegen kennen.“ Die können ihn auch jederzeit aufsuchen und hierzu durch die offene Bürotüre zu ihm kommen. Damit soll eine offene Kommunikation praktiziert werden. Auch die Mitarbeit in der täglichen Arbeit ist deutlich belebter, seit die Mitarbeiter sich besser gehört und verstanden fühlen. Diese Maßnahmen fördern das Vertrauen, dass alle zu einem Team gehören und es nicht die einen oben und die anderen unten gibt. Die Leute fühlen sich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich eingebunden. Wie überhaupt der Teamgedanke für Baumann das Wichtigste ist. „Deutschland ist 2014 Fußballweltmeister geworden, weil die einzelnen Spieler das am besten funktionierende Team waren. Das kitzelt die entscheidenden zehn bis 20 Prozent Leistungsbereitschaft heraus“, ist der Personalfachmann überzeugt.

In weiche und harte Fakten investieren

Die Gefühlslage zu verbessern ist aber nur eine wenn auch wichtige Seite der Maßnahmen. „Letztlich müssen die Mitarbeiter es auch im Geldbeutel spüren, dass man sie wertschätzt und sie gern im Unternehmen halten will“, versichert Baumann. 2017 hat Sedotec ein Sozialpaket geschnürt, das es vorher nicht gab. So gibt es jetzt vermögenswirksame Leistungen (VWL), die Elternzeit ist eingeführt, die Beschäftigten erhalten ein Geburtstagsgeschenk, Geld für die Kinderbetreuung sowie Prämienzahlungen entsprechend der persönlichen Zielvereinbarungen. Laptops für flexiblere Büroarbeit, Home Office und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine Kultur des „machen lassen“ sollen zudem dafür sorgen, dass die Mitarbeiter besser werden können. Eine Maßnahme hat dann jedoch alles andere überstrahlt. Das Anheben der Urlaubstage von den gesetzlichen 24 auf die in vielen Großunternehmen und Konzernen üblichen 30 Tage. Dafür gab es bei der Verkündung spontanen Applaus von den Beschäftigten für die Geschäftsführung. Natürlich kostet dies das Unternehmen erst einmal nur mehr Geld. In veränderten Zeiten, mit höherer Wechselbereitschaft der Beschäftigten, kann es sich dennoch rentieren. „Wir betrachten alle diese Maßnahmen als eine Investition in die Zukunft, die sich langfristig auszahlt“, betont Seiler.

Drucke diesen Beitrag
Das Personal wertschätzen und würdigen
Bild: Sedotec GmbH & Co. KG


Das könnte Sie auch interessieren

„Nach einem erfolgreichen Jahr starten die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland zuversichtlich und mit Schwung in die kommenden Monate. 2017 wird die Maschinenbauindustrie erstmals die Umsatzmarke von 220Mrd.€ übertreffen – angepeilt werden 224Mrd.€“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker (2.v.l.) auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag.

Anzeige

In den vergangenen Monaten hat sich die deutsche Wirtschaft besser entwickelt als von vielen vermutet. Zu zahlreich schienen noch im Frühjahr die globalen Risiken. Doch das Bruttoinlandsprodukt wird 2017 um gut 2,25% zulegen. Und das dürfte auch erstmal so weitergehen, glaubt die Mehrheit der knapp 2.900 im Rahmen der IW-Konjunkturumfrage befragten Unternehmen. 

Anzeige

Nach den vorliegenden Zahlen für die ersten neun Monate sind im Jahr 2017 sowohl der Auftragseingang mit plus 14% als auch der Umsatz mit plus 13% deutlich angestiegen. „Der anhaltende Aufwärtstrend in der Elektrischen Automation wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen“, erklärt Peter Früauf, stellv. Geschäftsführer im VDMA Elektrische Automation. 

Anzeige

Es sind noch mehr als eineinhalb Monate bis zur Premiere in Essen, aber bereits heute ist die Resonanz groß: Über 70 Prozent der avisierten Teilnehmerzahl hat sich bereits zur Auftaktveranstaltung am 1. Februar 2018 in der Zeche Zollverein angemeldet. Die Road-Show, die im Verlauf des kommenden Jahres zudem in Bad Nauheim, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Ingolstadt Station machen wird, ist gleichzeitig Kommunikations- und Informationsplattform für alle Profis rund um den Steuerungs- und Schaltanlagenbau.

Nach der erfolgreichen Premiere der Hydrogen & Fuel Cells North America im September 2017 erweitert die Deutsche Messe ihr Energiemessen-Portfolio in Nordamerika und organisiert erstmals im Rahmen der Hannover Messe USA (10. bis 15. September 2018) den Ausstellungsbereich Industrial Energy Systems. Die Messegesellschaft ist seit vielen Jahren auf dem amerikanischen Markt aktiv und veranstaltet bereits seit 2012 parallel zur IMTS (International Manufacturing Technology Show) Messen in Chicago. Von 2018 an werden diese Messen unter dem Namen Hannover Messe USA organisiert. Insgesamt werden rund 550 Aussteller erwartet. In diesem industriellen Umfeld präsentieren sich die Aussteller des Bereichs Industrial Energy Systems.

Ein erfolgreiches Familienunternehmen, die Förderung von Forschung und Lehre, soziales und christliches Engagement – Unternehmer Dr. Friedhelm Loh schaffe Werte in Wirtschaft und Wissenschaft.

Laut Meldungen des Statistischen Bundesamtes fingen im Wintersemester 2017/2018 16.824 Erstemester ein Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik an. Wobei die Fachhochschulen ein leichtes Plus und die Universitäten einen leichten Rückgang verzeichneten.

Im Oktober legte der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau um real 9% im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Auslandsorders erreichten einen Zuwachs von 10%. Die größte Dynamik kam aus den Euro-Partnerländern. Hier wurde ein Plus von 17% verbucht, während die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern um 8% stiegen.

Etwa jedem zweiten mittelständischen Industriebetrieb fehlen sowohl das Wissen als auch die technische Ausstattung, um industrielle Daten auswerten zu können. Da bereits drei Viertel der Unternehmen Maschinenwerte beim Kunden erfassen oder eigene Daten an ihre Ausrüster liefern, bleiben demnach viele dieser Informationen ungenutzt beziehungsweise werden falsch interpretiert. Das sind Ergebnisse der Studie ‚Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0‘. 

‚Vernetzt – Sicher – Komfortabel‘ lautet das Motto der Light + Building in Frankfurt am Main. Mit diesem neuen Leitthema, neuen Themenschwerpunkten, einer neuen Sonderschau und einer zusätzlichen Hallenebene geht die Weltleitmesse vom 18. bis 23. März 2018 an den Start. Im Mittelpunkt stehen dabei die Treiberthemen ‚Smartifizierung des Alltags‘ sowie ‚Ästhetik und Wohlbefinden im Einklang‘.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige