Edelstahl-Gehäusesystem im Hygienic Design

Elektrotechnik sauber verpackt

Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Biotech-Unternehmen stellen in Bezug auf Hygiene sehr hohe Anforderungen an die in Produktionsanlagen eingesetzten Maschinen und Komponenten. Im Nahrungsmittelbereich hat die EU in den vergangenen Jahren viele der geltenden Vorschriften weiter verschärft. Hygienic Design ist ein Schlagwort, auf das man in diesem Zusammenhang immer wieder stößt. Es meint die hygienegerechte Konstruktion von Maschinen, Anlagen und Komponenten in der Lebensmittelherstellung, um hygienebezogene Gefährdungen zu vermeiden. Dies geschieht dadurch, dass schon das Anhaften von Schmutz konstruktiv möglichst ausgeschlossen wird. Maschinen wie gesamte Anlagen sollten sich zudem einfach und zuverlässig reinigen lassen. Für diesen Einsatzzweck entwickelt und fertigt die Firma Steeldesign Edelstahl-Gehäusesysteme, die durch konstruktive Detaills auffallen. Wir stellen die Hygenic Design-Gehäusesysteme vor.

 Der flussoptimale Neigungswinkel von 30° des Korpusdachs vermeidet das Festsetzen von Schmutz und verhindert das Abstellen von Gegenständen. Dank überstehender Tropfkante verschmutzen Flüssigkeiten beim Abtropfen nicht die Gehäusefront. (Bild: Steeldesign GmbH)
Der flussoptimale Neigungswinkel von 30° des Korpusdachs vermeidet das Festsetzen von Schmutz und verhindert das Abstellen von Gegenständen. Dank überstehender Tropfkante verschmutzen Flüssigkeiten beim Abtropfen nicht die Gehäusefront. (Bild: Steeldesign GmbH)
Steeldesign hat seit der Firmengründung 1991 bei vielen Gehäusen Pionierarbeit geleistet. Das zeigen auch die zahlreichen Patente. Unter anderem hat das Unternehmen den IP69K Schutz im Gehäusebau entwickelt. Dank permanenter Weiterentwicklung bieten die Experten für Edelstahlgehäuse ihren Kunden einzigartiges Know-how, höchste Qualität und garantierte Leistung. Ziel sind Gehäuse, die den spezifischen Anforderungen zu 100 Prozent gerecht werden. Permanente Weiterentwicklung ist Teil der Unternehmensphilosophie und führte letzten Endes auch zur Entwicklung des modernen Hygienic-Line Gehäusesystems im Hygienic Design. Von der HygienicLine erfüllte Normen

Selbstverständlich ist die neue Edelstahlgehäuselinie für den Lebensmittelbereich

von der BGN zertifiziert. Sie erfüllt folgende Normen:

# EN 1672:1997/DIN EN 1672 Nahrungsmittelmaschinen – allgemeine

Gestaltungsleitsätze

# EN ISO 14159:2002/DIN EN ISO 14159 Sicherheit von Maschinen –

Hygieneanforderungen an die Gestaltung von Maschinen (wichtiger Bestandteil ist die Hygiene bezogene Risikoanalyse)

# Maschinenrichtlinie RL2006/42/EG (seit 29.12.2009)

# Europäische Richtlinie

Die neue Schaltschrankserie HygienicLine von Steeldesign sind Teil einer neu entwickelten Produktfamilie. Als Experte im Bereich Edelstahlgehäuse für die Lebensmittelindustrie beobachtet Steeldesign die Anforderungen der Branche permanent, um möglichst frühzeitig passende Lösungen anbieten zu können. So entstand auch mit der HygienicLine ein neues Gehäusesystem, das alle Anforderungen der EHEDG (European Hygienic Engineering & Design Group) oder der BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe) und andere Hygienezertifizierungen erfüllt (siehe Kastentext 1) und gleichzeitig dem Anwender eine hohe Flexibilität bietet. Die Produktfamilie besteht nicht nur aus Einzelkomponenten wie Edelstahlwandgehäusen oder Klemmenkästen, sondern ermöglicht auch den Aufbau großer kompletter Schaltschranksysteme im Hygienic Design. Durchdachte konstruktive Maßnahmen sorgen durchgehend für Hygiene: Dazu gehört unter anderem das Vermeiden von Totzonen und Kontaminationen sowie das Verhindern des Eindringens von Staub und Feuchtigkeit. Der flussoptimale Neigungswinkel von 30° beim Korpusdach vermeidet das Festsetzen von Schmutz und verhindert das Abstellen von Gegenständen (Bild 2). Weiter ermöglicht die überstehende Kante das Abtropfen von Flüssigkeiten ohne Frontbeschmutzung. Die Oberflächen der Edelstahlgehäuse sind in Tropfrichtung feingebürstet. Eine mittlere Oberflächenrauheit von Ra unter 0,8µm ist die Voraussetzung für ein gutes Fluss- und Abtropfverhalten. Ein Riboflavintest bestätigt die Keimfreiheit der neuen Gehäuse im Reinigungstest.

 Sandwich-Technologie bestehend aus einer Doppeldichtung außen und innen erfüllt gleich zwei wichtige Anforderungen: Es wird mit der äußeren Dichtungsmatrize das Eindringen von Mikrobestandteilen in den Totraum verhindert und der Schutz bis IP66 gewährleistet. (Bild: Steeldesign GmbH)
Sandwich-Technologie bestehend aus einer „Doppeldichtung“ außen und innen erfüllt gleich zwei wichtige Anforderungen: Es wird mit der äußeren Dichtungsmatrize das Eindringen von Mikrobestandteilen in den Totraum verhindert und der Schutz bis IP66 gewährleistet. (Bild: Steeldesign GmbH)

Patentierte Hightech

Das Gehäusesystem setzt gleich auf mehrere konstruktive Neuentwicklungen. So lassen sich nun mit einem patentierten Scharnier auch komplette Schaltschranksysteme im Hygienic Design realisieren. Zudem wird das neue hygienegerechte, FDA-zugelassene Dichtungsmaterial in Sandwich-Technologie eingesetzt (Bild 2). Diese besteht aus einer „Doppeldichtung“ außen und innen und erfüllt gleich zwei wichtige Anforderungen: Einerseits wird gemäß EHEDG Dokument Nr.13 mit der äußeren Dichtungsmatrize das Eindringen von Mikrobestandteilen in den Totraum verhindert. Andererseits gewährleistet das entsprechende Dichtmaterial den Schutz bis IP 66 und ermöglicht so zuverlässiges Reinigen. Ebenfalls zum Patent angemeldet ist der konstruktiv neu entwickelte Gleitring-Vorreiber (Bild 3). So entsteht eine durchgängig spaltfreie Edelstahloberfläche und damit keine Möglichkeit einer Kontamination. Der Gleitring-Vorreiber lässt sich bei installierten Wandgehäusen leicht nachrüsten. Er ist komplett aus Edelstahl (AISI 304 oder AISI 316L) und so aufgebaut, dass keine Totzonen entstehen, in denen sich Produktreste absetzen und Schmutznester bilden könnten. Der Vorreiber bietet durch die Schneidringtechnologie, mit der sich die an seinem Korpus angedrehte Messerkante fest in das Deckelmaterial schneidet, eine hervorragende Abdichtung. Die elektropolierte Dreikant-Betätigung hat ebenfalls keine Totzonen oder Bereiche, in denen sich Flüssigkeiten ansammeln könnten.

 Der zum Patent angemeldete Gleitring-Vorreiber ist komplett aus Edelstahl (AISI 304 oder AISI 316L) und so konstruiert, dass keine Totzonen entstehen, in denen sich Produktreste absetzen und Schmutznester en können. (Bild: Steeldesign GmbH)
Der zum Patent angemeldete Gleitring-Vorreiber ist komplett aus Edelstahl (AISI 304 oder AISI 316L) und so konstruiert, dass keine Totzonen entstehen, in denen sich Produktreste absetzen und Schmutznester en können. (Bild: Steeldesign GmbH)

Hygienegerechte Montage

Aber nicht nur die Gehäuse selbst müssen den strengen Hygienevorschriften gerecht werden, eine Montage entsprechend dieser Vorgaben ist ebenfalls wichtig. Dazu wurde die neue hygienegerechte Kabelverschraubung in der Schutzart IP66 bzw. IP68 ins Produktprogramm aufgenommen (Bild 5). Sie arbeitet ebenfalls nach dem Prinzip der Schneidringtechnologie (keine Totzonen zwischen Verschraubung und Korpus). Auch bei dieser Kabelverschraubung kann der Anwender zwischen den Materialien Edelstahl 1.4301 (AISI 304) oder 1.4404 (AISI 316L) wählen. Für die hygienegerechte, BGN-zertifizierte Wand- und Maschinenbefestigung von Wandgehäusen oder Klemmenkästen sorgt das neue QuickFix-Befestigungssystem. Mit dem Steck- und Rastsystem lassen sich Gehäuse einfach an Wänden oder Maschinen befestigen. Dazu stehen unterschiedliche Befestigungsvarianten zur Verfügung: Das T-Rohr-Verbindungssystem und das Bolzenankersystem für die Wandmontage sowie das T-Rohrsystem und das Flächendichtungskonzept zur Maschinenmontage. Auch ein Standsystem bestehend aus vier nivellierbaren Edelstahlstandfüßen wird angeboten. Und weil auch das Verlegen der Kabel eine wichtige Rolle bei der hygienegerechten Montage spielt, arbeitet Steeldesign derzeit an einem Kabelkanalsystem, das ebenfalls alle Hygienevorschriften erfüllt. Edelstahlwandgehäuse, Klemmkästen und komplette Schaltschranksysteme werden in verschiedenen Größen angeboten. Damit findet sich für jede Anwendung, übrigens nicht nur in der Lebensmittelindustrie, sondern auch in Pharma- und Biotech-Unternehmen oder Krankenhäusern, die passende Komplettlösung.

Drucke diesen Beitrag
Elektrotechnik sauber verpackt
Bild: Steeldesign GmbH


Das könnte Sie auch interessieren

Am 24. und 25. Januar 2018 findet mit der All About Automation Hamburg zum zweiten Mal eine regional ausgerichtete und auf Industrieautomation spezialisierte Messe in und für Norddeutschland statt. Komponenten- und Systemhersteller, Distributoren und Dienstleister industrieller Automatisierungstechnik präsentieren ihre Produkte und Lösungen in der Messehalle Hamburg-Schnelsen.

Anzeige

Die SPS IPC Drives präsentiert sich auch 2017 als führende Fachmesse für elektrische Automatisierungstechnik. Rund 1.700 Aussteller aus aller Welt decken vom 28.- 30.11.2017 in Nürnberg das komplette Spektrum der industriellen Automation ab – vom einfachen Sensor bis hin zu Lösungen der digitalen, smarten Automatisierung. Es ist zu erwarten, dass insbesondere die Exponate und Studien zu den Themen Industrie 4.0 sowie Digitale Transformation besonders große Besucherresonanz erfahren werden. Im Zeitalter der Digitalen Transformation wachsen die beiden Branchen Automation und IT immer stärker zusammen.

Die operativen Geschäftsbereiche der Friedhelm Loh Group haben einen neuen Finanz-und Verwaltungschef: Andreas Huck (Foto) ist seit dem 1. September 2017 neuer Geschäftsführer in der Unternehmensgruppe. Er übernimmt die Geschäftsführung des Bereichs Finanzen und Administration bei Rittal, dem größten Unternehmen der Friedhelm Loh Group, sowie die Verantwortung als Geschäftsführer von Loh Services.

Anzeige

Zu einem ambitionierten und internationalen Klimaschutz gibt es keine Alternative. Zur Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn stellt sich der Maschinenbau daher hinter die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens. Das Zögern eines Landes dürfe die Staatengemeinschaft nicht davon abhalten, zeitnah verlässliche Wege zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen zu formulieren.

Die konjunkturelle Stimmung in den E-Handwerken bleibt deutschlandweit auf einem sehr hohen Niveau. Das belegt die aktuelle Herbstumfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Gemeinsam mit der Nichregierungsorganisation Ashoka hat die Schneider Electric Stiftung im Vorfeld von COP 23 das Programm „Social Innovation to Tackle Fuel Poverty“ in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal) ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Programms konnten sich Initiativen mit Projekten zur Bewältigung der Energiearmut und zur Steigerung der Energieeffizienz um Förderpreise bewerben.

Anzeige

Die Weidmüller Gruppe investiert weiter in seine internationale Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten. Einen Monat nach der Übernahme der Unternehmen der W Interconnections Group von Rockwell Automation Inc. in den USA, Kanada und Mexiko gründet der Elektrotechnikspezialist ein neues Gruppenunternehmen im indischen Bangalore mit Wirkung zum 1. November.

Führungswechsel bei Citel, Hersteller von Produkten zum Blitz- und Überspannungsschutz sowie Hindernisbefeuerungsleuchten: Mirko Harbott (Foto) hat die Leitung der deutschen Niederlassung übernommen.

Die EMV-Seminarreihe 2017 präsentiert ein vielfältiges Weiterbildungsprogramm zur elektromagnetischen Verträglichkeit. Vom 05.-07.12.2017 werden in Stuttgart in fünf 1-Tagesseminaren und einem englischsprachigen 2-Tagesseminar speziell auf die Bedürfnisse von Anwendern aus Forschung, Entwicklung und Produktion zugeschnittene Themen angeboten. Die Module können getrennt voneinander oder kombiniert gebucht werden.

Die Website des Weinstädter Automatisierers Friedrich Lütze wurde komplett überarbeitet. Das Design der neuen Website ist klar und aufgeräumt. Leserfreundlichkeit und eine übersichtliche Anordnung, wie man sie auch auf Tablets und Smartphones bevorzugt, werden großgeschrieben.