Energieanalysegeräte für Energiemonitoring

Qualität elektrischer Versorgungsnetze ganzheitlich analysieren

Produktionsstätten integrieren in verstärktem Maße nicht lineare Verbraucher und Anlagenteile. Sie beeinflussen beispielweise Netzfrequenz, Phasenverschiebung und Amplituden der Phasen, also die Qualität der elektrischen Energie und somit die Anlagenverfügbarkeit. Der neue Energy Analyser 550 von Weidmüller misst alle Qualitätsparameter des elektrischen Versorgungsnetzes, dies reicht von den Kenngrößen der Symmetrie bis hin zu den Transienten – aber auch viele weitere Parameter.

Der Energy Analyser 550 verfügt über ein großes QVGA-Farbdisplay und überprüft die Qualität der elektrischen Energie in der jeweiligen Produktionsstätte. (Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG)

Die Qualität eines elektrischen Netzes ist ein wichtiger Parameter hinsichtlich der Effektivität und Verfügbarkeit von Industrieanlagen und Produktionsstätten. Mit dem Energy Analyser 550 überprüfen Anwender die Qualität der elektrischen Energie ihrer Produktionsstätte umfassend und leiten Optimierungsschritte für die Maximierung der Effektivität und Verfügbarkeit der jeweiligen Anlage ein. Damit bildet der Einsatz des Energy Analysers 550 einen ersten Schritt hin zu mehr Wertschöpfung, denn er misst und bestimmt alle qualitätsrelevanten Faktoren mit nur einem Gerät. Mit anderen Worten: Ein Gerät, der Energy Analyser 550, reicht aus, um unter anderem Verbrauchsmessungen und Qualitätsanalysen innerhalb des elektrischen Netzes durchzuführen und übersichtlich zu visualisieren. Ein großes, übersichtliches QVGA-Farbdisplay an der Frontseite des Geräts visualisiert alle Messparameter, auch die Systemparameter sind komfortabel frontseitig einstellbar. Zudem zeichnet der Energy Analyser 550 wichtige Ereignisse bei Bedarf auf. Weiterer Vorteil: Eine im Gerät integrier te Differenzstromüberwachung macht auch schleichende Erhöhungen von Differenzströmen sichtbar, noch bevor Sicherungen oder Fehlstromschutzschalter den Anlagenteil abschalten. Dies maximiert die Betriebszeiten und schont finanzielle Ressourcen. Für einfachere Anwendungen stehen Hutschienengeräte bereit, das heißt der kleiner konzipierte Energy Analyser D550 bietet weniger umfassende Messungen, dafür eignet er sich für die Montage auf Standard-Hutschiene. Für die Messdatenaufzeichnung besitzt der Energy Analyser 550 einen Speicher (Flash) von 256MB und der Energy Analyser D550 einen Speicher (Flash) von 128MB. Beide Produkte sind sowohl mit einer RS485- als auch eine Ethernet-Schnittstelle ausgestattet. Zusätzlich wurde bei dem Energy Analyser 550 eine Profibus-DP-Schnittstelle integriert.

Ein systematisches Energiemanagementsystem senkt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten den betrieblichen Gesamtenergieverbrauch eines Unternehmens. (Bild: Weidmüller Interface GmbH & Co. KG)

Energiemanagement als kontinuierlicher Prozess

Speziell das produzierende Gewerbe fragt – über alle Branchen hinweg – nach Lösungen für maßgeschneiderte Energieeffizienzmaßnahmen. Dazu gehören das Senken der Betriebskosten, das Einhalten aktueller Richtlinien und Gesetze bis hin zur Berücksichtigung von Steuervorteilen (Steuerrückerstattung gemäß §55 EnStG bzw. §10 StromStG) und staatlicher Förderoptionen. Zudem steigert eine umweltgerechte Produktion das Renommee in der öffentlichen Wahrnehmung ebenso wie bei Kunden. Inzwischen gibt die Gesetzeslage die Richtung vor bzw. grenzt die Adressaten ein: Laut Gesetz sind Energieaudits über Energiedienstleistungen und weitere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) Vorschrift. Artikel 8 Absatz 4 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED) verpflichtet Unternehmen, die kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind, zum Durchführen eines Energieaudits und zwar von qualifizierten oder akkreditierten Experten. Die Audits müssen betroffene Unternehmen gemäß DIN EN16247-1 absolvieren bzw. sie erbringen alternativ den Nachweis, ein zertifiziertes Energie-/ oder Umweltmanagementsystem eingeführt zu haben (ISO50001 oder EMAS). Im Energieaudit gilt es, belegbare Daten zum Energieverbrauch, zu Lastprofilen und dem Energieverbrauchsprofil von Gebäuden oder Gebäudegruppen sowie von Betriebsabläufen in der Industrie und industriellen Anlagen vorzuweisen. Zumeist stellt dies Unternehmen vor nicht geringe Kosten. Allerdings greift die Annahme, dass ein Nachhaltigkeitsmanagement für ein Kostentreiben verantwortlich ist, zu kurz. Aus dem Fokus auf ein nachhaltiges Energiemanagement resultiert oftmals eine Umsetzung von innovativen und effizienteren Verfahren und Produkten. Kurz – ein energieeffizientes Handeln und Kosteneinsparungen widersprechen sich bei ganzheitlicher und professioneller Umsetzung nicht. Weidmüller

Das produzierende Gewerbe fragt nach maßgeschneiderten Energieeffizienzmaßnahmen. (Bild: Weidmüller Interface GmbH & Co. KG)

hat bei seiner Produktion bereits derartige Konzepte konsequent überprüft. Um das Ziel einer energieeffizienten, intelligenten Fabrik zu realisieren, gehen wir systematisch vor, das beginnt mit der Messdatenerfassung, -verdichtung und -archivierung. Dabei ist es essenziell, die Mitarbeiter aktiv auf dem Weg einzubinden, sie zu schulen und zu sensibilisieren. Weitere Schritte sind: Energieeffizienz bewerten, Potenziale identifizieren, Maßnahmen umsetzen und zu guter Letzt – einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess implementieren. Wir gehen dabei nach dem sog. ‚Total Energy Monitoring‘-Konzept vor, es umfasst alle vier Ebenen der Produktion. Dieses Konzept bewirkt eine Durchgängigkeit vom Netzübergabepunkt ins Werk über die Produktionslinien und einzelnen Maschinen bis tief hinein in die Maschinenprozesse. Hierfür betreiben wir mehrere hundert Messstellen. Die Daten visualisieren und analysieren wir mit unserer Energiemonitoring-Software. Aber nicht nur durch neue Anlagen oder Maschinen, sondern gerade in Bestandsmaschinen und -anlagen lassen sich signifikante Einsparungen erzielen. Die im Oktober 2012 veröffentlichte DIN EN16247-1 beschreibt ein Energieaudit, es dient vorrangig dem Erkennen von Einsparpotenzialen und gibt dafür entsprechende Methoden vor. Das Audit ist jedoch keine Managementsystem-Norm, wohl aber die DIN EN ISO50001 – sie gibt ein systematisches Energiemanagementsystem vor. Ein solches erfasst zielgerichtet die Energieströme und nimmt anhand der Ergebnisse Einfluss auf organisatorische und technische Abläufe sowie Verhaltensweisen. So senkt ein systematisches Energiemanagementsystem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten den betrieblichen Gesamtenergieverbrauch – also auch die für die Produktion erforderliche Energie – ebenso wie den Verbrauch von Grund- und Zusatzstoffen. In summa verbessert es sukzessive die Energieeffizienz im Unternehmen. Dies ist dann auch von einem externen Auditor zertifizierbar.

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