„Herr der Schnittstellen“

SPS-Hersteller sollen auf der einen Seite also zusammenarbeiten und einheitliche Schnittstellen anbieten, müssen sich auf der anderen Seite aber im gegenseitigen Wettbewerb behaupten. Wie lässt sich dieser Spagat bewerkstelligen?

Pfaff: Ich denke nicht, dass wir durch den Einsatz von offenen Schnittstellen ins Hintertreffen geraten werden. Es ist eher andersherum: Man verpasst wertvolle Chancen, wenn man Standards wie AutomationML oder OPC UA nicht nutzt. Das Rennen um die Gunst des Kunden wird künftig von anderen Faktoren entschieden: z.B. die Verbreitung in den jeweiligen Industriezweigen, individuelle Stärken und Features oder Service- und Support. Es wird in jedem Fall noch genügend Unterscheidungsmerkmale geben.

Funke: Die Automatisierungsanbieter haben ihre Steuerungen über die letzten 30 Jahre immer weiter ausgereizt. Applikationen lassen sich durch einzelne Produkte also oft nicht mehr groß verbessern, sehr wohl aber durch ein gutes Zusammenspiel aller verbauten Hard- und Softwarekomponenten. Die Voraussetzung dafür liegt allerdings in der Abkehr von proprietären Schnittstellen.

Und AutomationML ist dafür der richtige Standard?

Michels: Wir haben uns dazu natürlich viele Gedanken gemacht – schon als sich AutomationML noch in einem deutlich früheren Entwicklungsstadium befand. Aus heutiger Sicht habe ich nicht das Gefühl, dass wir auf das falsche Pferd gesetzt hätten. Ganz im Gegenteil. Mittlerweile wird AutomationML als Basis für viele zukunftsweisende Entwicklungen gehandelt.

Funke: Weil AutomationML aus rein technischer Sicht ein eher simples Format auf XML-Basis ist, ist es so einfach in der Handhabung. Und das ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Datenmodelle der verschiedenen Seiten zusammenzubringen und der wirkliche Wert der Schnittstelle.

Pfaff: Es werden sicherlich noch weitere Schnittstellen in der Automatisierung aufkommen. Aber in der aktuellen Ausprägung ist AutomationML der absolut richtige Standard.

Wie geht es weiter mit AutomationML in der Eplan-Welt?

Michels: Unser Ziel ist es, möglichst viele der proprietären Schnittstellen aus der Eplan-Welt zu anderen Systemen durch AutomationML zu ersetzen.

Funke: Dementsprechend arbeiten auch schon die Steuerungsanbieter ABB, Beckhoff und Rockwell Automation bereits konkret daran. Einige weitere Hersteller haben ebenfalls ihre Absicht bekundet.

Michels: Es geht auch funktional weiter, z.B. in Richtung Motion oder die Konfigurierbarkeit von Feldgeräten über IO-Link und Co. Wie gesagt, muss die Schnittstelle ja nicht auf die SPS-Seite beschränkt bleiben. (mby)

Gesprächsteilnehmer des Roundtables

Thomas Michels leitet das Produktmanagement bei Eplan.

Thomas Funke ist technischer Produktmanager und beschäftigt sich mit Themen rund um die Steuerungstechnik.

Nelli Klein ist bei Siemens im technischen Produktmarketing für das TIA Selection Tool und weitere Projekte zur Digitalisierung tätig.

Andreas Pfaff ist bei Mitsubishi Electric stellvertretender Leiter des europäischen Entwicklungszentrums.

 

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Das Zusammenspiel aus Innovation und Effizienz sorgt bei der Bühler Group für einen Wettbewerbsvorteil und qualitativ hochwertige Produkte, die lange halten. Der Schweizer Maschinenbauer ist auf Technologien für die Lebensmittelindustrie und das Segment Advanced Materials, besonders in der Mobilität, spezialisiert. Die Werkzeuge, Automaten und Markierungssysteme von Weidmüller leisten im Produktionsprozess einen großen Beitrag, insbesondere wenn es um reibungslos planbare Produktions- und Wartungsprozesse geht.

Die Bühler Group ist ein Schweizer Maschinenbauer, der sich auf Lösungen für die Lebensmittelindustrie spezialisiert hat. (Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG)

Moderne Maschinen und Anlagen werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es, die begleitenden Prozesse so schlank wie möglich zu halten, um Medienbrüche und Fehlerquellen zu vermeiden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die plangenaue Umsetzung einzelner Prozessschritte. Hier müssen die beteiligten Komponenten einwandfrei funktionieren und gezielt ineinandergreifen. Für Bühler ist eine effiziente Produktion kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Bestandteil, um wettbewerbsfähig zu sein. „Wir arbeiten täglich daran, die eigenen Prozesse schlanker zu gestalten und Komplexität zu reduzieren“, erklärt Samuel Hauri, Gruppenleiter Engraving & Confectionaries bei Bühler. „Daran, dass das immer wieder gelingt, haben die Werkstattlösungen von Weidmüller großen Anteil.“ Ein gutes Beispiel dafür sei das Markierungssystem, sagt Hauri. Im Auswahlprozess war dem Unternehmen eine einfach zu bedienende Anwendung wichtig, die entsprechend zu einem geringen Zeitaufwand führt. Die Beschriftungssoftware M-Print Pro von Weidmüller basiert auf der Logik bekannter Office-Systeme, was ein klares Entscheidungskriterium war. Samuel Hauri: „Bis heute haben wir keine bis sehr wenige Ausfallzeiten zu verzeichnen. Bei jedem Anliegen sind die Ansprechpartner von Weidmüller jederzeit erreichbar und beraten uns kompetent. Diese individuelle Betreuung schätzen wir sehr. Das Ergebnis ist eine Markierungslösung, die sich perfekt in unsere Prozesse einfügt.“

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Für die Beschriftung von Reihenklemmen, die modernen Anforderungen Rechnung trägt, sind nicht nur hochwertige Einzelkomponenten wie Drucker oder Beschriftungsstreifen von großer Bedeutung. Viel wichtiger als die Produkte selbst ist, dass alles zusammenpasst – denn eine wirtschaftliche Beschriftung im Schaltschrank funktioniert nur, wenn die Beschriftungsdaten komfortabel und fehlerfrei gedruckt werden. Genau hier setzt das Wago-Beschriftungssystem an. Die neue Software Smart Script macht jetzt das Trio komplett.

Die eindeutige Beschriftung von Reihenklemmen sorgt für eine rasche Orientierung im Schaltschrank. (Bild: Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG)

„Die Maschine steht, nur weil ein Anschluss fehlerhaft ist? Dafür muss schnell eine Lösung her“, weiß Barbara Tiemann, Produktmanagerin Electrical Interconnections bei Wago. Schließlich könnten die Ausfallkosten dabei in die Millionen gehen. „Da will man den Schrank aufmachen und sich sofort orientieren können, um den Fehler schnell zu finden“, so Tiemann. Damit komme der Beschriftung der Klemmen eine wachsende Bedeutung zu. Es ginge längst nicht mehr nur darum, Schilder möglichst haltbar zu beschriften.

„Im Zuge von Industrie 4.0 arbeiten Maschinen und Anlagen vernetzt“, beschreibt Tiemann die Situation in den Industrieunternehmen. „Dem muss auch die Steuerung im Schaltschrank Rechnung tragen.“ Wago lege genau darauf den Fokus. „Wir wollen nicht nur einen super Drucker oder einen perfekten Beschriftungsstreifen zur Verfügung stellen“, so Tiemann. „Viel wichtiger ist, dass unsere Kunden ein System an der Hand haben, mit dem sie ihre Beschriftungsinformationen schnell, kostengünstig und fehlerfrei an die Klemmen bekommen.“ Wie gut sich ein solches System in den Businessalltag integrieren lasse, bestimme maßgeblich darüber, wofür sich der Kunde entscheide. Hier punkte der Anbieter mit einem exakt aufeinander abgestimmten System aus einer kostenlosen Software, einem günstigen Drucker und einem optimierten Material.

„Die einzelnen Elemente können auch von anderen Systembestandteilen angesteuert werden“, erklärt Tiemann die Zusammenarbeit im System. So ließen sich beispielsweise Daten aus der Planung im CAE-System direkt an den Drucker übertragen. Niemand müsse die Datenwelt verlassen. Denn sämtliche Informationen gelangten über Schnittstellen problemlos an den Zielort. Die Software sorgt dafür, dass die eingegebenen Texte in ihrer Größe dem jeweils zur Verfügung stehenden Platz angepasst werden – denn maximale Zeichenzahl, optimale Schriftgröße und auch der optimale Font sind hinterlegt. „So stellen wir sicher, dass jedes Schild gut lesbar ist“, erklärt Tiemann. Am Ende müsse die Beschriftung nicht nur der Norm entsprechen, sondern vor allem klar und eindeutig sein. „Das Erscheinungsbild ist nicht ohne Grund so etwas wie die Visitenkarte des Schaltschrankbauers“, so Tiemann.

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