Prüfsteckleiste in Schaltschrank oder Tür

Kompaktes System
für alle Mess- und Prüfaufgaben

Überall werden Netze erneuert und erweitert und immer exakter überwacht. Relevante Größen werden vermehrt gemessen, die gewonnenen Daten werden gesammelt und ausgewertet. Damit Service, Wartung und Ausbau der Netze einfacher und sicherer werden, hat Phoenix Contact sein Test- und Prüfsystem ‚Fame‘ funktional erweitert.

 Reduzierter Kraftaufwand und exakte Signalzustände beim Ziehen des Steckers dank Drehgriff-Mechanik (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Reduzierter Kraftaufwand und exakte Signalzustände beim Ziehen des Steckers dank Drehgriff-Mechanik (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)


In den Schutzschaltungen werden häufig hochflexible Wandlertrennklemmen eingesetzt. Je nach Applikation wird die benötigte Konfiguration auf einer Normschiene aufgerastet und entsprechend der Schaltung mit Prüfadaptern, Kurzschluss-Schaltbrücken und geerdeten Sternpunkten konfiguriert. Dabei ist die Art der Anschlusstechnik zwischen Schraub-, Feder-, Direktsteck- und Bolzenanschluss frei wählbar. Die Kurzschluss-Schaltbrücken werden schraubenlos oder mit Schraubschieber ausgeführt – wie auch die Trennstellen in den Klemmen. Sternpunkte sind dank Steckbrücken in die Reihenklemme integrierbar. Allerdings können die erforderlichen Schaltfolgen bei den Wandlertrennklemmen nicht immer mechanisch gegeneinander verriegelt werden. Zudem verbleiben die Prüfbuchsen in der Leiste und müssen so für jede Prüfstelle mit eingerechnet werden. Sollen Schaltanlagen vor unautorisiertem Zugriff geschützt werden, muss auch bei geschlossener Tür geprüft werden können.
 Mit der Prüfsteckleiste von Fame 2 werden Strom- und Spannungswandler sowie Steuersignale in einer Prüfsteckleiste umgesetzt. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Mit der Prüfsteckleiste von Fame 2 werden Strom- und Spannungswandler sowie Steuersignale in einer Prüfsteckleiste umgesetzt. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Prüfstecksysteme müssen zuverlässig sein

Prüfstecksysteme müssen eine komplexe Prüfschaltung für ein Schutzgerät in einem einzigen Steckvorgang mit dem Prüfgerät verbinden, und sie müssen alle notwendigen Schaltvorgänge sicher und zwangsgesteuert umsetzen. Dabei ist die Varianz an möglichen Beschaltungen hoch. Das Prüfstecksystem Fame von Phoenix Contact erleichtert den Schritt zur flexiblen Prüfsteckleiste – die zahlreichen seriellen Schaltfolgen der Wandlertrennklemmen werden in einer einzigen, parallel gesteuerten Steckhandlung umgesetzt. Detailkenntnisse der Schaltfolge sind nicht nötig, lediglich der Prüfstecker muss richtig angeschlossen werden. Wartungspersonal kann jetzt einfacher prüfen. Um innerhalb der Prüfstecker ein Fehlstecken zu vermeiden, sind die Prüfsteckleisten kodierbar. Außerdem ist das Prüfstecksystem Fame sowohl in der Steckzone wie auch im Anschlussbereich fingerberührsicher ausgeführt. Sternpunkte im Stromwandlersatz können wahlweise auch über Steckbrücken direkt in der Prüfsteckleiste umgesetzt werden. Dadurch kann die Reihenklemmenleiste bei einer Tragschienenmontage im Schrank entfallen.

 Die Prüfsteckleiste kann in der Tür oder im Schaltschrank montiert werden - mittels Schraub- oder Push-in-Anschlusstechnik. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Die Prüfsteckleiste kann in der Tür oder im Schaltschrank montiert werden – mittels Schraub- oder Push-in-Anschlusstechnik. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Steckzonen mit Schließer- und Öffner-Funktion

Bei der Ablösung schaltbarer Reihenklemmen durch Prüfstecksysteme gibt es zwei Varianten: Die Steckzone funktioniert als Schließer oder als Öffner. Ein Stromwandler am Schließer-Kontakt hat ohne eingesteckten Stecker keine niederohmige Bürde (Last) – was zu gefährlichen Situationen bis hin zur Zerstörung des Wandlers führen kann. Daher muss die Grundklemme mit der Steckzone automatisch einen voreilenden Kurzschluss erzeugen können. Dies ist bei der Schließer-Technik des Systems Fame 1 der Fall, das bereits 2013 vorgestellt wurde. Weil die Position der Kurzschluss-Steckbrücke frei gewählt werden kann, sind Stromwandler-Anschlüsse von oben oder unten möglich. Der Austausch eines Schutzgerätes samt voreilendem Kurzschluss der Wandler liegt im ungesteckten Zustand vor. Für den Normalbetrieb ist ein Betriebsstecker notwendig, der den Schließer-Kontakt schließt. Bei einer Prüfung, bei der Signale eingeschliffen oder Überstromfehler simuliert werden, wird der Prüfstecker an die jeweilige Schaltung angepasst. Ein Stromwandler am Öffner-Kontakt hat bereits ohne eingesteckten Stecker eine niederohmige Bürde. Der Durchgangskontakt der Grundklemme im neuen Fame 2 ist bereits im ungesteckten Zustand geschlossen – und stellt damit bereits den Betriebszustand dar (Bild 2). Ein voreilender Kurzschluss erfolgt durch Einstecken eines Prüfsteckers mit Kurzschlussbrücke – z.B. beim Austausch des Schutzgerätes. Die Prüfungen werden auch hier durch den Prüfstecker umgesetzt, der ebenfalls für die jeweilige Schaltung konfigurierbar ist. Auf der Hannover Messe 2015 wird für die Baureihe Fame 2 zusätzlich ein Schließerkontakt für Signalumschaltungen vorgestellt, der die Anpassungsfähigkeit des Systems weiter erhöht. Jede Ausführung hat ihre Vor- und Nachteile. Bei Fame 1 – mit Schließer-Funktion – ist der jeweilige Kurschluss bereits in der Prüfsteckleiste eingebaut. Wird der Stecker gezogen, ist der Kurzschluss automatisch am richtigen Kontakt. Nachteilig ist der Betriebsstecker, der zwar die Steckzone abdeckt, der aber nach der Prüfung vergessen werden könnte. Dann wäre die Linie ohne Schutz. Bei Fame 2 – mit Öffner-Funktion – muss in der jeweiligen Prüfsteckleiste ein korrekt konfigurierter Prüfstecker verwendet werden, der die Kurzschlussbrücken an der richtigen Position hat. Deshalb müssen diese Stecker unbedingt kodiert sein.

 Unterschiedlich lange Schaltzungen ermöglichen im modularen Prüfstecksystem Fame beliebige Schaltfolgen. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Unterschiedlich lange Schaltzungen ermöglichen im modularen Prüfstecksystem Fame beliebige Schaltfolgen. (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

Drucke diesen Beitrag
Prüfsteckleiste in Schaltschrank oder Tür
Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG


Das könnte Sie auch interessieren

„Die digitale Transformation ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wago setzt hier einen klaren strategischen Fokus, der alle Unternehmensbereiche umfasst und sich konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichtet“, erklärt Chief Marketing Officer Christian Sallach (Bild), der im Mai dieses Jahres auch das neu geschaffene Geschäftsleitungsressort ‚Digital Transformation Office‘ in der Position des Chief Digital Officer bei Wago übernommen hat.

Anzeige

Wie lassen sich Prozesse im Steuerungs- und Schaltanlagenbau beschleunigen, Gewinnspannen erhöhen, Personalkosten senken und Lieferzeiten verringern? Antworten auf diese Fragen erhielten rund 50 Geschäftsinhaber, Planer und Verantwortliche aus dem Steuerungs- und Schaltanlagenbau auf dem ersten Rittal Automation Day am 26.10. in Haiger. Experten von Rittal, Eplan und Bauer Systeme stellten im Rittal Innovation Center konkrete und praxisnahe Lösungen für den Steuerungs- und Schaltanlagenbau 4.0 vor. Im Fokus standen die alltäglichen Herausforderungen der Branche.

Das Ifo Weltwirtschaftsklima bleibt unverändert gut. Zwar beurteilten die Experten die aktuelle Wirtschaftslage deutlich positiver als noch im April. Ihre optimistischen Erwartungen für die kommenden Monate nahmen sie aber etwas zurück. 

Anzeige

Labels sollen Verbrauchern zur besseren Orientierung dienen – bei Investitionsgütern aber sind sie überflüssiger Kostenfaktor und Innovationshemmnis für Hersteller. „In Theorie und Praxis finden sich keine Argumente für obligatorische Produktlabels im Maschinenbau“, sagt Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE, anlässlich der Veröffentlichung der Impuls-Studie ‚Nutzen von Labels‘.

Der Aufsichtsrat der Hager SE hat in seiner Sitzung vom 10. November Mike Elbers (links im Bild) und François Lhomme in den Hager Group Vorstand berufen. Mike Elbers wird sich als Chief Marketing Officer um die Bereiche Solution Development und Marketing kümmern.

Teil 7-713: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Möbel und ähnliche Einrichtungsgegenstände

Art/Status: Norm, gültig
Ausgabedatum: 2017-10
VDE-Artnr.: 0100392

Anzeige

Beiblatt 5: Maximal zulässige Längen von Kabeln und Leitungen unter Berücksichtigung des Fehlerschutzes, des Schutzes bei Kurzschluss und des Spannungsfalls
Art/Status: Norm, gültig
Ausgabedatum: 2017-10
VDE-Artnr.: 0100394

Der September 2017 brachte der deutschen Elektroindustrie im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt 8,6% mehr Bestellungen. Die Inlandsaufträge stiegen um 6,8%, die Auslandsaufträge um 9,9%. In den gesamten ersten drei Quartalen dieses Jahres belief sich das Auftragsplus auf 10,2% gegenüber Vorjahr. Hier waren die Impulse aus dem In- und Ausland mit 9,4 respektive 10,8% ähnlich stark. Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie hat im September indessen nur um 1,2% gegenüber Vorjahr zugelegt. „Der Anstieg war spürbar geringer als im Durchschnitt der acht Monate davor“, sagt Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt. 

Die fortschreitende Digitalisierung erfasst nahezu alle Bereiche der Gesellschaft – so auch den Schaltschrankbau. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Kompetenzzentrum Digital in NRW hat über ein Jahr lang mit dem Mindener Schaltanlagenbauer Westermann eine Digitalisierungsstrategie sowie erste Pilotprojekte entwickelt, die dem mittelständischen Unternehmen den Einstieg in dieses sehr komplexe Themenfeld ermöglichen. Die Beteiligten zogen nun eine vorläufige Bilanz.‣ weiterlesen

Eine Bilanz der Gewittersaison zogen jetzt über 200 Experten bei der 12. Blitzschutztagung des VDE-Ausschusses Blitzschutz und Blitzforschung in Aschaffenburg. Auf dem Programm standen auch aktuelle Themen der Normung, Blitzschutz spezieller Objekte und Personenblitzschutz.