Schiene mit Köpfchen

Die Norm DIN IEC61439 für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen sieht keine gesonderte Prüfung einer Schaltanlage mit einem Schienenverteilersystem vor. Diese historisch gewachsene, separate Betrachtungsweise wurde auch in der 2010 aktualisierten und seit 2014 ausschließlich geltenden Norm bewusst beibehalten. Grund ist die Vielfalt der Anschlusssituationen vor Ort, die eine Standardisierung von Bauteilen und eine Prüfung als Gesamtsystem nahezu unmöglich macht. Dennoch wünschen sich Anlagenbetreiber ein durchgängig geprüftes System in Hinblick auf Bemessungsstrom und Kurzschlussverhalten. Führende Hersteller finden Lösungen.

 Einbausatz für flexiblen und sicheren Stromschienenanschluss in Vamocon Schaltanlagen. (Bild: Sedotec GmbH &Co. KG)

Einbausatz für flexiblen und sicheren Stromschienenanschluss in Vamocon Schaltanlagen. (Bild: Sedotec GmbH &Co. KG)

Die Norm DIN IEC61439 für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen betrachtet die Bauteile Schaltgerätekombinationen und Schienensystem getrennt. Sie sieht keine gesonderte Prüfung mit einem Schienensystem vor. Diese Betrachtung birgt jedoch Risiken. Schienenköpfe werden verbunden mit Leistungsschaltern oder dem Hauptsammelschienensystem, sie können oben oder unten an der Anlage montiert sein und an diesen Stellen auch noch in verschiedene Richtungen weisen. Mitunter muss die Position des Neutralleiters von einer auf die andere Seite geführt werden. Oft müssen auch alle Leiter um 90° nach links oder rechts abwinkeln und selbst die Position des Schienenkopfs muss im Dach- oder Bodenblech noch um einige Zentimeter variiert werden können, wenn man beim Einbringen der Schaltanlage die Position des Schienensystems nicht mehr ändern kann. In der Praxis macht diese Variantenvielfalt die Entwicklung von Standard-Einbausätzen so gut wie unmöglich. Das war für die Autoren der aktuellen Norm auch der Grund zur Beibehaltung der historischen gewachsenen, separaten Betrachtung. Wenn nun aber die Schienenführung zum Schienenkopf nicht standardisiert ist, so ist sie auch nicht geprüft. Das wiederum ist erfahrungsgemäß gar nicht im Sinne der Anlagenbetreiber. Die wünschen sich aus nachvollziehbaren Gründen ein durchgängig geprüftes System, auf das sie sich verlassen können, auch wenn der Anlage unter voller Last ein Kurzschluss widerfährt.

Warum überhaupt Stromschienensysteme?

Stromschienensysteme bieten in Niederspannungshauptverteilungen große Vorteile. Sie tragen sicher und stabil größte Ströme und, einmal angeschlossen, kann man sich einer symmetrischen Strombelastung sicher sein. Induktionsströme, die einzelne Kabel überlasten, Wärme in das Gehäuse oder sogar in Schaltgeräte eintragen, kommen bei ihnen nicht vor. Bei Anwendungen, die flexible Stromabnahmepunkte erfordern, wie es in Messehallen und immer mehr auch in Produktionsunternehmen nötig ist, sind sie fast alternativlos. Demgegenüber steht der höhere Aufwand einer Erstinstallation. Für die Hersteller von Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen mit Bauartnachweis ergibt sich jedoch die Anforderung, Schienensysteme sicher und effizient anschließen zu können. Sicher heißt, die Anlage samt Schienensystem darf im Kurzschlussfall keinesfalls geschädigt werden. Effizient bedeutet, dass Schaltanlagenhersteller auf standardisierte Anschlüsse zwischen Schienenkopf und Sammelschienensystem oder Schaltgerät zurückgreifen können. Führende Hersteller von Schaltschranksystemen mit Bauartnachweis durch Prüfung sehen die Lösung in modularen Einbausätzen. Damit sind sie in der Lage, Kurzschluss- und Erwärmungsprüfungen durchzuführen und können so gegenüber Elektro-planern und Betreibern Betriebssicherheit gewährleisten.

Geprüfte Übergabepunkte zur Verfügung stellen

Der Schaltschrankhersteller Sedotec hat bei seinem schalterunabhängigen System Vamocon für mehrere Hersteller von gängigen Stromschienensystemen mechanische Einbausätze entwickelt. Sie tragen das Gewicht des Schienenkopfs und lassen sowohl für die Einbaurichtung des Schienenkopfs als auch die Position im Feld die notwendige Freiheit. Der Schalteranschluss wird über standardisierte Schienenhochführungen realisiert, die denjenigen sehr ähnlich sind, wie sie für den Kabelanschluss Verwendung finden. Die Sammelschienenhalterungen und -abstützungen sind dabei an tragenden Teilen des Gerüsts kurzschlusssicher befestigt. Damit schafft Vamocon einen zentralen und geprüften Übergabepunkt, der für alle Anschlusssätze gleich bleibt. Von dort führen individuell zu fertigende Anschlussschienen zum Schienenkopf. Das ermöglicht die Anbindung aller möglichen Einbaurichtungen des Schienensystems. In einer Reihe von Prüfungen wurden typische Schienenkopfanbindungen getestet. Schaltanlagenhersteller, die mit dem Vamocon-System bauen, können somit auf eine Vielzahl geprüfter Anschlusskits zurückgreifen.

Das könnte Sie auch interessieren

Oliver Schleicher (Foto) trat zum 1. Mai 2019 als Regional Manager DACH in die Geschäftsführung der deutschen Vertriebsgesellschaft der Weidmüller Gruppe in Detmold ein. Er übernimmt damit die bisherigen Vertriebsverantwortlichkeiten des designierten Vertriebsvorstands Dr. Timo Berger in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Anzeige

Intelligente und nachhaltige Erzeugung, Verteilung und auch Nutzung von Energie ist ein zentrales Thema für die nachhaltige Ressourcennutzung. Der Schutz der dafür notwendigen Systeme und Anlagen gehört dazu.

Anzeige

Digitalisierung ist das Thema, das Eplan mit der nächsten Messe im Netz untermauert: Die Virtual Fair findet am 21. Mai online statt, mit 16 Stunden Live-Betrieb sind alle wichtigen Zeitzonen der Welt berücksichtigt. Präsentationen, Live-Demonstrationen und Management-Diskussionen stehen auf dem Tagesprogramm, das ein Ziel verfolgt: Den direkten Know-how-Austausch von Management bis Anwender, und zwar in mehr als 70 Ländern weltweit. Jeder Besucher kann per Chat mit anderen Kontakt aufnehmen und wird dort in seiner Landessprache betreut.

Stromintensive Rechenzentren dort zu bauen, wo der Strom klimafreundlich direkt bezogen werden kann – in einer Windenergieanlage: Dafür steht seit wenigen Jahren die Idee WindCores. Am 11. April ist ein neues Konzept namens WindCores++, das in Kooperation von WestfalenWind IT mit Rittal und SICP entwickelt wurde, in der Kategorie 1 ‚Ideen und Forschungen rund um das Rechenzentrum‘ für Cloud-Hosting als Sieger beim Deutschen Rechenzentrumspreis prämiert worden. Der Preis, der zukunftsweisende Ideen und Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren seit neun Jahren auszeichnet, wurde diesmal in Flörsheim am Main verliehen.

Die deutsche ABB hat sich laut ihres Vorstandsvorsitzenden Hans-Georg Krabbe (Foto) im Geschäftsjahr 2018 bei Auftragseingang und Umsatz sehr gut entwickelt, obwohl das deutsche Geschäftsklima im Jahresverlauf an Dynamik eingebüßt hat. Das Unternehmen profitierte vor allem von der sehr guten Geschäftsentwicklung in den Bereichen Robotik und Antriebe sowie Industrieautomation.

Am 8. Mai fand im Essener Ruhrturm der Auftakt zur diesjährigen Roadshow des Network SCHALTSCHRANKBAU statt. Auch in diesem Jahr bietet die Veranstaltungsreihe wieder zahlreiche neue Lösungen für den Schaltanlagenbau sowie kompaktes Hintergrundwissen. Fünf Industriepartner präsentierten auf ihren Ausstellungsflächen einem interessierten Publikum ihre aktuellen Produkte.

Mit einem Baustellenfest samt symbolischem Spatenstich wurde am 28. März die letzte Phase der Bauarbeiten für den neuen Produktionsstandort der MTP Messtechnik Produktions GmbH am GVZ-Hafen in Nürnberg eingeleitet. Im über 8.000m² großen Neubau stehen der MTP – Produktionsbetrieb der Marke Gossen Metrawatt und Mitglied der GMC-Instruments Gruppe – ab dem 16. Mai moderne Büro- und Fertigungsstätten für die Herstellung und Montage feinmechanischer Messtechnik-Produkte sowie die Logistik zur Verfügung. In das neue Werksgebäude am Main-Donau-Kanal werden neben der Kunststoff-Spritzerei auch das Material- und Fertigwarenlager einschließlich Verpackung und Versand übersiedeln.

Der Baufortschritt für die zentrale Chiller-Fertigung von Seifert Systems wurde Mitte März mit dem Richtfest am künftigen Produktionsstandort im nordrhein-westfälischen Radevormwald gefeiert.

Der Auftakt ins laufende Jahr war für die Maschinenbauer in Deutschland wenig erfreulich. Im ersten Quartal 2019 wurde in den Auftragsbüchern ein Minus von real 10% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres verbucht. Auch der März brachte einen Orderrückgang von 10%. „Der Auftragseingang im Maschinenbau bleibt unter Druck, die Branche verzeichnete im März bereits das vierte Minus in Folge“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers (Foto). 

Unternehmen investieren in erster Linie in intelligente Automatisierung (IA), weil sie Umsatz und Kundenzufriedenheit steigern wollen. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von KPMG und HFS-Research unter rund 600 Führungskräften aus 13 Ländern, darunter 40 aus Deutschland. Jeder vierte Befragte nennt als bedeutendstes langfristiges strategisches Ziel die Steigerung des Umsatzes (24%). Deutsche Unternehmen setzen vor allem auf die Möglichkeit, dank IA Daten schneller und effizienter auswerten zu können (30%). Außerdem wollen die Unternehmen bessere Einblicke in ihr Geschäft und in die Unternehmensabläufe gewinnen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige