Installationsreihenklemmen: Schnittstelle für zukunftssichere Gebäude

Es gibt Fälle, in denen ist Etwas nicht notwendig, aber sehr sinnvoll: das Tragen eines Schutzhelms auf dem Fahrrad beispielsweise, ein Ersatzrad im Auto oder ein Blitzableiter für das Eigenheim. Genauso ist es mit der Elektroinstallation im Gebäude: der Einsatz von Installationsreihenklemmen ist zwar nur in einzelnen Fällen vorgeschrieben, bietet sich aber für alle neuen Schaltanlagen an, um diese übersichtlich, flexibel und zukunftssicher zu gestalten, die Installationszeit zu verkürzen und Sicherheitsüberprüfungen zu vereinfachen.

Die Elektroinstallation in Gebäuden stellt einen sensiblen Bereich dar, in dem kleine Fehler schnell große Auswirkungen haben können. Das Regelwerk für die sachgemäße Installation und Wartung ist entsprechend umfangreich. Eine Sicherheitsmaßnahme ist die sogenannte Isolationswiderstandsmessung. Da jeder Isolationsfehler ein besonderes Gefahrenpotential birgt, ist die Durchführung dieser Prüfung in feuergefährdeten Betriebsstätten gemäß der Errichtungsbestimmung DIN VDE 0100-482 sowie in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen gemäß DIN VDE 0100-718 verpflichtend. Aufgrund der normativen Forderung, dass bei Leiterquerschnitten unter 10 mm² eine einfache Messung des Isolationswiderstands ohne Abklemmen von Leitern möglich sein muss, werden in der Praxis fast ausnahmslos Installationsetagenklemmen eingesetzt.

Neben der gesetzlich verpflichtenden Durchführung ist die Isolationswiderstandsmessung auch fester Bestandteil freiwilliger Prüfungen. Mit dem E-Check zum Beispiel lassen Vermieter privater oder gewerblicher Immobilien vielfach vor Übergabe der Mieträume den ordnungsgemäßen Zustand der Elektroanlage dokumentieren. Einige Versicherer haben den Vorteil der Prüfungen inzwischen ebenfalls erkannt und bieten ihren Kunden günstigere Prämien, wenn sie diese regelmäßig durchführen lassen.

Flexibel und schnell – von Anfang an

Darüber hinaus bietet die Installation mit Reihenklemmen viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Installation mit PE- und N-Schienen. Bei der Installation mit Reihenklemmen werden diese direkt auf die Hutschiene aufgerastet. Vor allem Klemmen mit Direktstecktechnik, beispielsweise der Serie Topjob S von Wago, ermöglichen eine schnelle Verdrahtung der Anlagen. Die bewährte Push-in Cage Clamp sorgt zudem für Sicherheit, weil sie eine dauerhaft gute elektrische Verbindung herstellt. Der Grundsatz „Klemme für Klemme“ sichert dem Installateur die volle Flexibilität schon beim Aufbau seiner Schaltungen zu, da er nicht an vordefinierte Modulgrößen wie bei N-/PE-Schienen gebunden ist.

In die Zukunft geblickt, eröffnet die Gebäudeinstallation mit Reihenklemmen auch die Chance, Elektroanlagen später unkompliziert zu verändern oder zu erweitern. Da bei dieser Installationstechnik grundsätzliche alle in das Gebäude abgehenden Leitungen die selbe Länge haben, ist bei späteren Umrüstungen oder Erweiterungen der Verteiler immer die erforderlichen Leitungslängen vorhanden. Installateure können zusätzliche Klemmen schnell anreihen und beispielsweise mit Brückern verbinden, um einen neuen Stromkreis zu integrieren.

Klare Linie in der Elektroinstallation

Ein weiterer zentraler Punkt: die Übersichtlichkeit. Wichtigste Grundlage hierfür ist die Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung aller Leiter zum jeweiligen Stromkreis. Topjob-S-Installationsreihenklemmen gewährleisten dies durch farbige Leitereinführungsöffnungen und durch ihre besondere Bauform, bei der drei Potentialeinführungen übereinander in drei Etagen angeordnet sind. Dadurch liegen alle Leiter eines Wechselstromkreises an einer gemeinsamen Klemme an – sie sind nicht , wie bei einer konventionellen Gebäudeinstallation, auf verschiedene Schienen verteilt. Durch diese eindeutige Zuordnung der Leiter können Fehler schnell lokalisiert werden. Integrierte N-Trennvorrichtungen ermöglichen außerdem das gezielte Abschalten aller aktiven Potentiale der einzelnen Stromkreise.

Ebenfalls nachhaltig wirkt sich der Einsatz der Installationsreihenklemmen von WAGO damit in puncto Image aus. Weil die Optik des Schaltschranks nun einmal die sichtbare Visitenkarte eines Schaltanlagenbauers darstellt, bringt eine aufgeräumte, gut strukturierte Installation echte Wettbewerbsvorteile. Gleichermaßen Teil des professionellen Erscheinungsbildes einer Schaltanlage: die Kennzeichnung ihrer Klemmstellen durch eine gut lesbare Beschriftung. Wago bietet innerhalb der Topjob-S-Serie Lösungen an, mit denen sich die Reihenklemmen schnell und übersichtlich kennzeichnen lassen – bis zu 3-zeilig und auch im verdrahteten Zustand gut lesbar.

Fazit

Die Installation mit Reihenklemmen löst sowohl bei der Modernisierung als auch im Neubau von Gebäudeprojekten immer mehr die herkömmliche Anschlusstechnik mit PE- und N-Schienen ab. Das System von Wago lässt sich dabei so flexibel nutzen, dass Umbauten oder Erweiterungen einfach möglich sind und zeitsparend erfolgen können. Gute Übersichtlichkeit und hochwertige Beschriftung vereinfachen ferner den Anschluss vorkonfektionierter Verteiler auf der Baustelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Das könnte Sie auch interessieren

Schienenverteiler-Systeme haben sich in vielen Anwendungsbereichen als technologisch und wirtschaftlich überlegene Alternative zum klassischen Kabel durchgesetzt. Ihre charakteristischen Vorteile lassen sich jedoch nicht nur für die effiziente, sichere und flexible Übertragung von Strom nutzen, sondern auch von Daten aus kommunikationsfähigen Schutz-, Schalt- und Messgeräten. Die Voraussetzung dafür schafft die Powerline-Technologie, die nun für die Schienenverteiler-Systeme BD2, LD und LI aus dem Sivacon 8PS-Portfolio von Siemens verfügbar ist. ‣ weiterlesen

Anzeige

In den heutigen Niederspannungsverteilungen ist oft ein überschaubares Platzangebot. Dieses betrifft sowohl Ortnetzstationen, Kabelverteilerschränke der EVU sowie die Niederspannungsverteilungen in Gebäuden und Schaltanlagen. Oft reicht der Raum für zusätzliche Geräte oder neue Verdrahtungen nicht aus. Für das Energie-Monitoring bietet Jean Müller nun eine neue Elektronik-Komponente im Produktportfolio an, das PLPlano Modul. Außerdem hat das Unternehmen ein multifunktionales Schalttafel-Einbaumessgerät im Programm. ‣ weiterlesen

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage des 7. Deutschen Normungspanel ist, dass Unternehmen laut eigener Einschätzung ihr technisches Wissen in den Normungsprozess einbringen und relevante Regeln mitentwickeln können – stärker, als ihnen das im Gesetzgebungsverfahren möglich ist. ‣ weiterlesen

Anzeige

Die neuesten Industrie-4.0-Lösungen von Schneider Electric für Maschinenbauer verfügen über die IIoT-Steuerung Modicon M262 und das multifunktionale Lastmanagementsystem TeSys Island. Ziel ist es, OEMs damit in die Lage zu versetzen, ihre Produktivität zu erhöhen und die Markteinführungszeit ihrer Maschinen zu verkürzen. Um den Einstieg in das komplexe Thema Industrial Internet of Things zu finden und sich weiter zu entwickeln, hat das Unternehmen zudem die Business-Plattform Schneider Electric Exchange ins Leben gerufen. ‣ weiterlesen

Anzeige

Seit Dezember 2017 schreibt die Norm DIN VDE0100-420 für einige Neubauten den Einbau von Brandschutzschaltern (AFDD) vor. Diese Geräte erkennen Fehlerlichtbögen in Elektrogeräten frühzeitig und schützen so vor Kurzschluss und Überlast. Unter Automation24.de erhalten Kunden ab sofort Brandschutzschalter der Siemens-Baureihe 5SV6. Diese dritte Generation von AFDD kombiniert Brand- und Leistungsschutzschalter und ist dank ihres um 50 Prozent reduzierten Platzbedarfs besonders einfach nachzurüsten. ‣ weiterlesen

Anzeige

Am 23. Mai hatte die Firma Sedotec Kunden aus dem In- und Ausland zum Vamocon-Tag nach Ladenburg eingeladen. 85 Schaltanlagenbauer waren der Einladung gefolgt und informierten sich im Leonardo Hotel Mannheim-Ladenburg über die neuesten Entwicklungen beim Vamocon-Schranksystem. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige