Durchdachtes Klemmenkonzept bietet reihenweise Vorteile

Um den heutigen Anforderungen im Schaltschrankbau gerecht zu werden, muss ein gutes Reihenklemmprogramm mehr bieten, als nur eine sichere elektrische Verbindung. Knappe Zeitvorgaben und hoher Kostendruck beherrschen das Geschäft, während die Produkte komplexer und die Stückzahlen kleiner werden. In diesem Spannungsfeld hat diejenige Klemmenfamilie die Nase vorne, die durch ein breites Produktspektrum, kompakte Bauweise, einfache Handhabung und ein umfangreiches Brückerprogramm überzeugt.

Sicherungsautomaten, Netzteile, Steuerungen, Frequenzumrichter, Relais – der Aufbau beispielsweise einer Verpackungsmaschine oder einer Fertigungsanlage ist eine komplexe Angelegenheit. Damit das Zusammenspiel aller Komponenten reibungslos funktioniert und der gesamte Schaltschrank in den Gesamtverbund integriert werden kann, sind Reihenklemmen unerlässlich. Sie sind für die Übergabe der elektrischen Energie und die Vervielfältigung von Potentialen zuständig, ermöglichen die Einbindung von Messgeräten im laufenden Betrieb oder visualisieren mittels eingebauter LED die Betriebsbereitschaft eines angeschlossenen Verbrauchers.

So verschieden die Anwendungen, so vielfältig die Faktoren, die ein gutes Reihenklemmprogramm ausmachen. Entscheidend ist schon das Fundament: Deckt das Angebot einen großen Querschnittsbereich ab, mit dem sich die Netzeinspeisung ebenso realisieren lässt wie die Übergabe von Messdaten? Sind mehrstöckige Klemmen verfügbar, die es ermöglichen, auf engem Raum viele Verbindungen unterzubringen? Bietet der Anbieter eine bereite Auswahl an Funktionsklemmen, mit denen sich spezielle Aufgaben umsetzen lassen? Darüber hinaus zeichnen sich zeitgemäße Reihenklemmen durch eine kompakte Bauform, die dem stetig wachsenden Platzmangel im Schaltschrank gerecht wird, und möglichst hohe Flexibilität durch ein breites Brückerprogramm aus. Hier punkten Reihenklemmen der Serie Topjob S von Wago auf voller Linie. Und sie bieten noch mehr: Wartungsfreiheit, hervorragende Eignung für den Einsatz unter rauen Bedingungen und hohe Sicherheitsreserven beispielsweise. Letztere ermöglichen es, die einstöckigen Topjob-S-Klemmen mit unvorbehandelten Leitern eine Stufe über dem jeweiligen Nennquerschnitt zu verdrahten und mit dem jeweiligen Nennstrom dieser Leiter zu belasten. Ein weiteres Plus: Mit den Wago-Reihenklemmen können alle Leiterarten – mit und ohne Vorbehandlung – verdrahtet werden. Eindrähtige und mehrdrähtige Leiter sowie feindrähtige Leiter mit Aderendhülse können auch werkzeuglos direkt gesteckt werden.

Beim Aufbau seiner Schaltanlage kann es für den Schaltanlagenbauer von Vorteil sein, möglichst viele der Komponenten, die in die Anlage integriert werden sollen, von einem Lieferanten zu beziehen. Zum einen können dadurch ganze Teile der Schaltanlage vom Lieferanten vorkonfektioniert und fertig verdrahtet geliefert werden. Das reduziert die Menge der Komponenten, die vom Schaltanlagenbauer in eigenen Lagern vorgehalten werden müssen. Zum anderen ermöglicht der Einsatz mehrerer Komponenten eines Herstellers die einfache Inbetriebnahme vor Ort, da die Produkte in der Regel gut aufeinander abgestimmt sind und durch einheitliches Zubehör ergänzt werden. Deshalb bietet Wago neben Reihenklemmen ein breites Portfolio für den Schaltschrank: von Relais und Messumformern bis hin zur Stromversorgung und Automatisierungskomponenten.

Neue Anforderungen durch Anlagenmodularisierung

Der Trend hin zu Maschinen und Anlagen nach dem Baukastenprinzip stellt neue Anforderungen auch an Reihenklemmen. Denn wenn ein Gesamtsystem aus mehreren mehr oder weniger in sich abgeschlossenen Modulen zusammengesetzt wird, ist die Kennzeichnung der Anschlusspunkte elementar. Auf der einen Seite werden die verschiedenen Module keineswegs ausschließlich betriebsintern entwickelt und produziert, sondern von jeweils spezialisierten Partnerunternehmen. Auf der anderen Seite werden die Baugruppen vielfach zuerst im eigenen Werk aufgebaut und getestet, nach der Abnahme wieder abgebaut und zum Zielort transportiert, der sich letztlich auf der ganzen Welt befinden kann. Dort angekommen, kümmern sich Techniker mit zum Teil ganz anderer Vorbildung um die finale Inbetriebnahme. Gut gemachte Dokumentation inklusive übersichtlicher Beschriftung leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Sicherheit und Termingenauigkeit gewährleistet werden können.

In der Praxis muss Beschriftung dennoch vor allem günstig, einfach und schnell zu erstellen sein. Wago bietet für seine Topjob-S-Reihenklemmen daher einen durchgehenden Beschriftungstreifen an, der innerhalb kürzester Zeit auf den Klemmen angebracht werden kann – auch bei gemischten Querschnitten. Der Streifen bietet Platz für eine mehrzeilige Bedruckung und vereinfacht die funktionale Zuordnung der jeweiligen Klemme. Bis zu 75 Prozent Zeitersparnis sind durch den Einsatz des Wago-Beschriftungssystems möglich. Das besteht neben den Beschriftungsstreifen- und schildern aus einem handlichen Thermotransferdrucker, dem Smartprinter, und einer nutzerfreundlichen Projektierungssoftware. Das Druckbild des Druckers ist klar, dauerhaft beständig gegenüber äußeren Umwelteinflüssen sowie wisch- und kratzfest gemäß DIN EN 60068. Damit ist den Reihenklemmen ein professionelles Erscheinungsbild gewiss.

Flexibel und endlos Brücken

Anwendungsvielfalt und Flexibilität der Topjob-S-Familie sind auch Resultat eines umfangreichen und multifunktionalen Sortiments an Brückern. Sie sind gefragt, wenn Klemmen – auch unterschiedlicher Größen – miteinander verbunden oder Potentiale vervielfältigt werden sollen. Für alle Brückungsaufgaben bietet das Brückerprogramm die richtige Lösung – von der Dreieckschaltung eines Motors, über das Verbinden der verschiedenen Etagen in Mehrstockklemmen mittels steckbarer Vertikalbrücker, bis hin zur Verbindung von Klemmen über längere Distanzen mit Leitungsbrückern. Als besonders praktikabel erweisen sich immer wieder die Endlosbrücker. Mit ihnen lassen sich in nur einer Brückerspur unendlich viele Klemmen miteinander verbinden. Ihr Plus haben sie der besonderen Bauweise zu verdanken, durch die lediglich die halbe Brückeröffnung belegt wird. Je zwei Brücker bilden damit einen gemeinsamen Kontakt. Anders als beim Einsatz herkömmlicher Kammbrücker, ist ein Wechsel in die zweite Brückerspur nach einer begrenzten Anzahl an Klemmen nicht notwendig.

Die Möglichkeiten der Endlosbrückung erweitert Wago nun durch einen neuen Querbrücker für Endlosbrückung, mit dem jede zweite Klemme gebrückt werden kann (1 auf 3). Für den Anschluss einer 24-Volt-Spannungsversorgung von Kleingeräten lässt sich damit beispielsweise eine geräteorientierte Potentialverteilung im Schaltschrank verwirklichen, bei der die Klemmen für die zusammengehörenden Plus- und Minuspole direkt nebeneinander auf der Tragschiene angebracht sind. Das sorgt für eine saubere Zuordnung der Geräteanschlüsse und damit für mehr Übersichtlichkeit im Schaltschrank. Wird die Anwendung um eine weitere Funktion ergänzt, lässt sich einfach ein Endlosbrücker in derselben Brückerspur hinzufügen. In Kombination mit dem 2-fach Endlosbrücker wird die Lösung von diversen Brückungsaufgaben noch leichter. In allen Fällen bleibt die zweite Brückerspur frei und kann beispielsweise für zusätzliche Anschlüsse oder zum Prüfen genutzt werden. Durch den flexiblem Einsatz der Endlosbrücker sinkt die Vielfalt der benötigten Teilen und führt so zu einer Reduktion der Lagerkosten.

Autoren: Burkhard Niemann, Produktmanager Electrical Interconnections und Julia Ockenga, Redakteurin Fachpresse bei der Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG

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