Koppelrelais mit anwenderfreundlicher Push-in-Technologie

Finder ist ein seit über 60 Jahren am Markt etablierter führender Anbieter von Schalt-, Zeit- und Überwachungsrelais. Als jüngste Innovation bringt das Unternehmen nun ein Koppelrelais in Push-in-Technik auf den Markt. Dirk Rauscher, Vertriebsleitung Deutschland & Key Account Manager bei Finder, erläutert im Interview die Vorteile der steckbaren Anschlusstechnik und verdeutlicht, für welche Branchen sich der Einsatz der Neuprodukte besonders lohnt.

SSB: Herr Rauscher, Finder bietet eine Vielzahl von Koppelrelais an. Vielleicht zunächst ganz grundsätzlich: Wozu werden diese im Schaltschrank eingesetzt?

Dirk Rauscher: Koppelrelais schalten Signale oder Lasten zwischen zwei Ebenen. Sie kommen im Schaltschrank zur Kopplung und galvanischen Trennung von Steuerung (SPS) und Peripherie (Sensoren und Aktoren) zum Einsatz. Es handelt sich dabei um auf der DIN-Schiene befestigte Bausteine zur Signalvervielfältigung oder -verstärkung, sie können aber auch zur Umsetzung eines Signals auf andere Spannungslevel eingesetzt werden.

SSB: Vor nicht allzu langer Zeit haben Sie die aus fünf Komponenten bestehende MasterInterface Koppelrelais-Serie 39 vorgestellt. Was waren hier die Verbesserungen im Vergleich zur Vorgängerversion?

Rauscher: Die Serie 39 ist eine Weiterentwicklung der auf dem Markt sehr beliebten Serie 38. In ihr haben wir Features implementiert, die sich aus der Anwendungspraxis bei zahlreichen Kunden als sinnvoll herausgestellt haben. Dazu gehört unter anderem das mit einem Sicherungsmodul versehene Koppelrelais MasterPlus für Anwendungen, bei denen die Relais-Ausgänge zusätzlich durch eine Feinsicherung abgesichert werden müssen. Grundgedanke hierbei war, die Vorteile, die ein Koppelrelais von lediglich 6,2mm Breite im Hinblick auf Platzersparnis, Verdrahtungs- und Kostenreduktion bietet, auch für solche Applikationen zu erhalten. Anstatt also ein Koppelrelais durch ein zusätzliches Sicherungsmodul ergänzen zu müssen, haben wir die Feinsicherung einfach in das Koppelrelais integriert. Dies ist uns sogar mit einer LED Statusanzeige des Sicherungsmoduls gelungen. Außerdem gibt es noch das Zeitrelais MasterTimer mit 8 unterschiedlichen Funktionen sowie die Varianten MasterInput und MasterOutput. Alle Module haben dabei eine Breite von 6,2mm. Der Aspekt ‚Kompaktheit‘ für jede Anwendung steht hier also ganz klar im Vordergrund.

SSB: Ganz neu gibt es nun von Finder die MasterIn-Koppelrelais-Serie. Welche Vorteile bietet diese dem Kunden?

Rauscher: Mit der neuen Serie MasterIn bieten wir unserem Kunden eine KoppelrelaisSerie mit Push-in-Technologie. Im Schaltschrankbau hat diese Technik durch die Klemmen ja bereits Einzug gehalten. In Zeiten, in denen unsere Koppelrelais technologisch gesehen weitestgehend optimiert sind, ging es uns darum, das Handling und die Verarbeitung dieser Produkte für den Anwender zu vereinfachen. Seit September gibt es nun also diese neue MasterIn-Serie ausschließlich in Push-in-Technologie.

SSB: Was machen solche Kunden, die bereits Finder-Relais einsetzen und bei denen sich bestimmte Produkte bewährt haben, die aber trotzdem die Push-in-Technik nutzen möchten?

Rauscher: Daran haben wir natürlich gedacht, und deshalb gibt es die neue MasterIn-Serie. So kann beispielsweise unsere beliebte Serie 40 mit einem entsprechenden Sockel, der Push-in-Technologie bietet, weiter eingesetzt werden. Dieser Koppel-Baustein heißt dann Serie 48P. Oder es gibt die beliebte Serie 46 mit Push-in-Sockel jetzt als neue, verarbeitungsfreundliche Variante namens Serie 4C.

SSB: War die Einbindung der Push-in-Technologie in Ihre Koppelrelais ebenfalls marktgetrieben?

Rauscher: Ganz klares ‚Ja‘. Einmal kam die Anforderung an eine vereinfachte Installation von solchen Kunden, die unsere Koppelrelais in großen Stückzahlen verbauen. Für diese Anwender ist Geschwindigkeit bei der Verarbeitung das A und O. Diesem Faktor ‚Zeit‘ wird bei der steckbaren, also werkzeuglosen Montage, im Vergleich zur Schraub-Technologie viel besser Rechnung getragen. Außerdem gibt es Branchen, bei denen es in der Anwendung zu hohen Vibrationen kommt und die keine Schraubverbindungen mehr einsetzen möchten. Zu nennen wären hier unter anderem die Bahntechnik, die Windenergie-Branche, aber auch einige Anwendungen im Maschinenbau, bei denen durch beispielsweise Motoren beträchtliche Schwingungen entstehen. Hier bietet eine steckbare Technologie größere Sicherheit.

SSB: Nun ist die Push-in-Anschlusstechnik ja nichts Neues. Viele Ihrer Marktbegleiter bieten sie bereits an. Warum sollten Schaltanlagenbauer dennoch zu Ihrem Produkt greifen?

Rauscher: Das Hauptargument für der Finder-Produkte in Push-in-Technologie liegt ganz klar darin begründet, dass der Kunde buchstäblich alles aus einer Hand erhält. Dies bedeutet, dass auf dem Produkt nicht nur Finder draufsteht, sondern Relais und Koppelbaustein bei uns entwickelt, designt, gefertigt und approbiert werden, noch dazu komplett in Europa. Es handelt sich also nicht um eine ‚Patchwork-Familie‘, da keine Komponente hinzugekauft wird. Finder zeichnet sich durch eine große Fertigungstiefe aus: Wir spritzen, galvanisieren und stanzen die Komponenten für unsere Relais selbst, und wir pressen die Kontaktniete selbst ein. Das heißt die gesamte Kernkompetenz diesbezüglich liegt bei uns, sie wurde über 60 Jahre hinweg angesammelt und perfektioniert. Neben dem Handling ist beim Einsatz solcher Koppelrelais für den Anwender vor allem deren hohe Funktionalität von Bedeutung. Schließlich hat das Produkt ja die eingangs erwähnten Aufgaben zu erfüllen. Unsere Relais arbeiten mit einer sehr hohen Zuverlässigkeit, und das wissen unsere Kunden.

SSB: Was macht Ihre Koppelrelais in steckbarer Anschlusstechnik so anwenderfreundlich?

Rauscher: Vielfach besteht beim Schaltanlagenbauer hinsichtlich der Handhabung anderer Verbindungstechnologien immer eine gewisse Unsicherheit. Diese bezieht sich vor allem auf die Frage, mit welchem Werkzeug eine Verbindung gelöst bzw. fest gemacht werden kann. Wir haben bei unserem Produkt und dem dabei verwendeten Betätiger darauf geachtet, dass die Verbindung mit nahezu jedem beliebigen, einigermaßen spitzen Gegenstand gelöst werden kann – sei es ein Schraubendreher, ein Stift oder möglicherweise mit einem Brillenbügel. Das ist extrem anwenderfreundlich, d.h. die Fehlerhäufigkeit, die Klemmverbindung durch ein falsches Werkzeug zu beschädigen, reduziert sich sehr. Dies ist vielleicht auch im Hinblick auf einen Zukunftstrend von Bedeutung, der dahin geht, Schaltschränke vollautomatisiert von Robotern bestücken zu lassen. Damit wäre ein fehlerhaftes Stecken der Verbindung auch nahezu ausgeschlossen.

SSB: Inwiefern passt sich diese Neuentwicklung in das Gesamtkonzept Ihrer Koppelrelais-Serien ein?

Rauscher: Koppelrelais aus dem Baukasten ist eine Erfindung von Finder. Wir haben immer die Gesamtheit im Auge gehabt, wobei ein besonderer Fokus natürlich auf dem Relais liegt, weil dies die Komponente ist, die schaltet und die eine Aufgabe zu erfüllen hat. Das Zubehör sollte aber für den Anwender benutzerfreundlich sein, und in dieser Hinsicht haben wir jetzt den nächsten Entwicklungsschritt gemacht. Weitere Entwicklungen werden sicherlich auch von den Anfragen aus dem Markt abhängen, aber wir werden immer versuchen, das Paket ‚Koppelbaustein‘ den Marktbedürfnissen optimal anzupassen.

SSB: Wo liegen die Hauptanwendungsfelder Ihrer Relais?

Rauscher: Die Applikationsfelder sind aufgrund der Vielfalt unserer Relais sehr breit gefächert: vom Hochdruckreiniger, über Waschanlagen, Industriestaubsauger, Backöfen, bis hin zu den regenerativen Energien, dem Automotive-Bereich oder der Bahntechnik. Es fällt fast leichter, eine Aufstellung von den Anwendungsfeldern zu machen, in denen wir nicht vertreten sind, als von solchen, in denen Finder-Relais verbaut werden. Gerade im Schaltschrank- und Steuerungsbau sind wir weltweit bekannt.

SSB: Natürlich sind technische Ausgereiftheit und Zuverlässigkeit der Produkte wichtige Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen, die heute aber vielfach in einem hart umkämpften Markt nicht mehr ausreichen. Was bietet Finder seinen Kunden darüber hinaus, das diese möglicherweise bei Ihren Marktbegleitern so nicht finden?

Rauscher: Ein wichtiger Erfolgsfaktor in der mittlerweile über 60-jährigen Finder-Firmengeschichte ist sicherlich unser großer Lagerbestand, der eine hohe Verfügbarkeit und schnelle Lieferfähigkeit unserer Produkte möglich macht. Mit Ausnahme der Sonderausführungen ist es in den meisten Fällen bei uns so: Ist eine Bestellung bis 11 Uhr bei uns eingetroffen, hat der Kunde am nächsten Tag die Ware. Wir beliefern von Deutschland aus ganz Nordeuropa. Darüber hinaus ist unser deutsches Vertriebsteam so aufgebaut, dass wir jeden Kunden, egal woher er unsere Produkte bezieht, mit eigenem Fachpersonal von derzeit 18 Außendienst-Mitarbeitern beraten können. Greift ein Kunde also heute zum Telefon und kontaktiert unseren Außendienst, wird er tags darauf kompetent applikationsspezifisch beraten. Übrigens stärken wir derzeit darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Großhandel durch spezialisiertes Personal, das auch hier optimal den 3-stufigen Vertrieb unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren

UL hat die Zusammenarbeit intensiviert. Das Dehn-Testzentrum ist als ‚Third Party Test Lab‘ qualifiziert. Dehn ist nun autorisiert, im Auftrag von und für UL auch Prüfungen für Dritte durchzuführen. 

Zur kommenden Eltefa im März 2019 räumt die Messe Stuttgart dem industriellen Schaltanlagenbau einen neuen und deutlich größeren Stellenwert ein als bisher: Sie wird dem Thema die gesamten 14.500m2 der neuen Paul Horn Halle (Halle 10) widmen. Die Liste der Unternehmen, die sich auf der Eltefa präsentieren werden, liest sich wie das Who’s who der Branche: Rittal, Hager, Weidmüller, Wago, Schneider Electric, Hensel, Sedotec und Komax werden unter anderem vertreten sein.

Anzeige

ABB gab im Dezember bekannt, dass Hitachi im Zuge der Ausweitung der bestehenden Partnerschaft ABBs Stromnetzgeschäft übernehmen wird. Der vereinbarte Kaufpreis entspricht auf Basis der Transaktion einem Unternehmenswert von 11Mrd.US$ für 100% von Stromnetze, oder einem EV/ op. EBITA-Multiple von 11,2×1. ABB wird aus dem Verkauf des 80,1 Prozentanteils zunächst einen Wert von rund 9,1Mrd.US$ realisieren.

Seit dem 01.01.2019 ist Richard Mayer (Bildmitte) neuer Geschäftsführer bei B+M Blumenbecker. Mit sofortiger Wirkung wurden außerdem Harald Golombek (rechts) und Olaf Lingnau (links) zu weiteren Geschäftsführern des Unternehmens berufen.

Kabelführungsspezialist Pflitsch ist jetzt ‚Member of EHEDG‘. Mit der Firmen-Mitgliedschaft bei EHEDG stärkt das Unternehmen nun die Bedeutung des wachsenden Produktsortimentes für Kabelverschraubungen und Kabelkanäle nach dem Prinzip des Hygienic Designs.

Mit dem Kauf der Firma Bekto Precisa aus Goražde in Bosnien-Herzegowina hat Emka einen weiteren Meilenstein seiner Unternehmensgeschichte bekanntgegeben.

Hager hat bei stetigen Qualitätskontrollen festgestellt, dass es bei einem Teil der ab Februar 2018 ausgelieferten Sammelschienenverbinder ZZ15SAVE aufgrund eines Materialfehlers zum Bruch des Gegenlagers kommen kann. Bedingt dadurch kann eine langzeitstabile, elektrische Verbindung der Sammelschienen nicht immer gewährleistet werden.

Korrekt dimensionierte Kabel und Leitungen sind Voraussetzung für eine sichere Elektroinstallation und garantieren den Schutz im Fehlerfall. Die manuelle Berechnung erfordert viele Schritte und Überlegungen.

Viele Anwender kennen die wiederkehrenden Aufgaben, die viel Zeit bei der Projektierung benötigen. Das Buch richtet sich an Eplan-Anwender und -Administratoren, die mithilfe von automatisiertem Scripting ihren Workflow beschleunigen möchten.

Die Maschinenbauer in Deutschland haben den handelspolitischen Stürmen im Jahr 2018 erfolgreich getrotzt und ihre Belegschaften sogar vergrößert. „Das von uns für 2018 prognostizierte Produktionswachstum von 5% auf den Rekordwert von 228Mrd.€ ist ehrgeizig, aber realisierbar“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker auf der Jahrespressekonferenz des Verbands.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige