Klimafreundliche Schaltschrankkühlung

Wirksame Kältemittel gegen den Treibhauseffekt

Anstelle der die Ozonschicht zersetzenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) haben sich Fluorkohlenwasserstoffe wie Tetrafluorethan als Kältemittel auch für die Schaltschrankklimatisierung etabliert. Weil das bis dato verwendete Kältemittel R134a aufgrund der F-Gas-Verordnung jedoch stufenweise ersetzt werden soll, arbeiten Klimatisierungsspezialisten wie Seifert Systems bereits seit längerem intensiv an alternativen Lösungen für ein sicheres und umweltverträgliches Thermal Management.

 Für cooles Schaltschrankklima mit niedrigem Global Warming Potential wird der Einsatz von Alternativen zum Kältemittel R134a erprobt. (Bild: Taken/pixabay 3048157)

Bild 1 | Für cooles Schaltschrankklima mit niedrigem Global Warming Potential wird der Einsatz von Alternativen zum Kältemittel R134a erprobt.  (Bild: Taken/pixabay 3048157)

Gegenwärtig wird in den meisten Kompressionskühlgeräten zur Schaltschrankklimatisierung noch das unter der ASHRAE-Kennung R134a firmierende 1,1,1,2 Tetrafluorethan eingesetzt. Dieses vor gut 25 Jahren eingeführte FCKW-freie Gas der Sicherheitsklasse A1 weist sehr gute Kühleigenschaften auf und ist weder brennbar noch sonderlich toxisch. Dennoch neigt sich auch seine Nutzungszeit dem Ende entgegen. Bereits seit Januar 2011 soll R134a EU-weit nicht mehr in neu eingeführten Modellreihen zur Fahrzeug-Klimatisierung eingesetzt werden. Ursächlich dafür ist sein hohes Global Warming Potential. Das Kältemittel überschreitet mit einem GWP-Wert von 1430 massiv den in der MAC-Direktive festgelegten Grenzwert von 150 für in Fahrzeugen installierte Klimaanlagen. Bei Austritt aus dem Kühlkreislauf trägt R134a so um das 1430-fache stärker zum Treibhauseffekt bei als dieselbe Menge an Kohlendioxid. Laut Umweltbundesamt gelangten 2016 in Deutschland über 2.400 Tonnen des Kältemittels in die Atmosphäre, was Treibhausgasemissionen in Höhe von 3,5Mio. t CO2 und damit der im Abgas freigesetzten Jahresmenge von 1,6 Mio. Pkw entspricht.

Drastische Reduzierung beschlossen

In der novellierten, Anfang 2015 in Kraft getretenen F-Gas-Verordnung verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten, die Emissionen fluorierter Treibhausgase bis zum Jahr 2030 stufenweise um rund 80 Prozent auf etwa 35Mio. t CO2-Äquivalent zu senken. Vorgesehen sind eine drastische Reduzierung der Verkaufsmengen von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (H-FKW) sowie konkrete Verbote zum Einsatz oder Inverkehrbringen von F-Gasen sowie F-Gas-haltigen Erzeugnissen. Darüber hinaus wurde 2016 im Kigali-Abkommen eine weltweite Reduzierung der klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe beschlossen. Die führenden Industrienationen verständigten sich darauf, die Produktion und Verwendung von F-Gasen bis 2036 um 85 Prozent zurückzufahren. „Die Beschlüsse zum Klimaschutz betreffen zwar nicht unmittelbar die Kühlgeräteherstellung, zeigen aber jetzt schon Wirkung, weil die Verfügbarkeit der gängigen Kältemittel abnimmt und so die Preise in die Höhe schießen. Allein im vergangenen Jahr hat sich der Preis für R134a fast verdoppelt“, erklärt Kai Kroll, Geschäftsführer der Seifert Systems GmbH in Gevelsberg. „Um dieser Entwicklung frühzeitig Rechnung zu tragen, haben wir mit der Erprobung von Alternativen begonnen, um unseren Kunden auch weiterhin leistungsstarke, zukunftssichere Klimatisierungstechnik zu wirtschaftlichen Konditionen anzubieten.“

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