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Schaltschrank-Tipps von Rittal

Dipl.-Ing.(Uni) Hartmut Lohrey,
Leiter Marketing
Training / Support, Rittal

„Wie hoch soll die Schaltschrank-Temperatur sein?“

Diese Frage scheint trivial zu sein, wird aber immer wieder von Maschinen- und Anlagenbauern gestellt. Da Schutz- und Schaltgeräte für den sicheren Betrieb von Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen keine unzulässigen Übertemperaturen erreichen dürfen, werden sie oft überdimensioniert. Ob die Betriebsmittel die zulässigen Grenzübertemperaturen einhalten und damit den sicheren Anlagenbetrieb gewährleisten, lässt sich – für den Bauartnachweis nach DIN EN 61439-1 – über eine Erwärmungsberechnung nachweisen.

Dabei bleibt eine aktive Kühlung bisher in der Norm unberücksichtigt. Genau diese jedoch sorgt dafür, dass optimale Bedingungen im Schaltschrank herrschen. Da einzelne Betriebsmittel wie Schaltgeräte typischerweise bei 30°C oder 35°C Umgebungstemperatur geprüft werden, ist in diesem Temperaturbereich auch die empfohlene Innentemperatur im Betrieb zu wählen. Für die Umgebungstemperatur des Schranks, die unter dem gewählten Sollwert liegt, kann mit Lüftern oder Luft-/Luft-Wärmetauschern die gewünschte Temperatur erreicht werden. Liegt die Umgebungstemperatur über dem Sollwert, ist eine aktive Kühlung mit Kühlgeräten oder Luft-/Wasser-Wärmetauschern erforderlich.

Vier Tipps für die Auslegung und den Betrieb der Kühlungskomponenten:

Zu niedrige Innentemperaturen erhöhen die Gefahr der Kondenswasserbildung bei aktiven Kühlungskomponenten und auf kalt angeblasenen Bauteilen im Schrank (beim Öffnen der Tür und feucht-warmer Umgebungsluft).

Bei aktiven Kühlungskomponenten ist auf ausreichende Dichtigkeit des Schrankes (Schutzart IP 54) zu achten, um eine Entfeuchtung der Umgebung mit hoher Kondenswasser-Abscheidung in der Komponente zu verhindern.

Höhere Innentemperaturen machen möglicherweise die Überdimensionierung der Schaltgeräte (Derating) erforderlich und verkürzen die Lebensdauer von elektronischen Geräten.

Sind im Schaltschrank auch Geräte mit größeren Gehäusen eingebaut, kann eine zusätzliche gezielte Kühlluft-Führung oder zusätzliche Innenluftförderung einer Bildung von Wärmestaus vorbeugen.

Mit den passenden Berechnungsprogrammen wie Rittal Therm kann der Anlagenbauer seinem Kunden die Investition und den Betrieb der vorgesehenen Kühlungslösung überzeugend dokumentieren.

 

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Hartmut Lohrey
Telefon 02772/505-0

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