Normenkonforme Schutzprüfung von Schaltgerätekombinationen

Prüfkompetenz vom Messpunkt bis zur Cloud

Die Prüfung der Schutzmaßnahmen von elektrischen Betriebsmitteln in Industrie, Gewerbe und Gebäudetechnik umfasst ein breites Spektrum unterschiedlichster Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Der Geltungsbereich der aktuellen Niederspannungsrichtlinie erstreckt sich auf alle elektrischen Geräte, die für Nennspannungen zwischen 50 und 1.000VAC bzw. 75 und 1.500VDC ausgelegt sind. Darunter fallen neben der Niederspannungshauptverteilung sämtliche Energieverteiler und -unterverteilungen, Schalt- und Steuerungsanlagen, Zähler- und Verteilerschränke sowie Baustromverteiler und Kabelverteilerschränke.

Für effiziente, sichere und normenkonforme Messabläufe sind Autosequenzen für alle wichtigen Schutzprüfungen im Gerät hinterlegt. (Bild: GMC-I Messtechnik GmbH)

Für effiziente, sichere und normenkonforme Messabläufe sind Autosequenzen für alle wichtigen Schutzprüfungen im Gerät hinterlegt. (Bild: GMC-I Messtechnik GmbH)

Die fachgerechte Planung, Installation und Prüfung von Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen sind an die Vorgaben der IEC61439 gebunden. Verteileranlagen für Bemessungsspannungen bis 1.000VAC bzw. 1.500VDC müssen dieser Norm gemäß geplant und dokumentiert werden, wenn Geräte aus Produktgruppen zum Einsatz kommen, deren Produktnorm auf die IEC61439 verweist. Dabei obliegt es dem Fachelektriker, für alle von ihm vorgenommenen konstruktiven Veränderungen, die vom Bauartnachweis des ursprünglichen Herstellers abweichen, neben dem Stücknachweis auch einen eigenen Bauartnachweis zu erstellen.

Umfassendes Prüfspektrum

Für die messtechnische Überprüfung der elektrischen Schutzmaßnahmen von Schaltgerätekombinationen bietet Gossen Metrawatt mit dem Profitest Prime ein besonders leistungsfähiges Prüfgerät an. Der Funktionsumfang deckt praktisch das gesamte Prüfspektrum für Niederspannungsanlagen bis 1.000VAC/ 1.500VDC ab. Neben Schutzleiterprüfungen mit 25A, Isolations- und Schleifenmessungen gehören dazu auch RCD-Prüfungen aller marktüblichen Typen, die Isolationsüberwachung und die Messung von Ableit- und Berührströmen sowie der Restspannung. In der Geräteversion Prime AC sind überdies Hochspannungsprüfungen bis 2.500VAC, 500VA durchführbar. Das CatIV-geschützte Gerät ist mit spezieller Sicherheitstechnik ausgestattet, so dass nur mittels Schlüsselschalter, Signallampe, Notaus-Schalter und der gleichzeitigen Betätigung beider HV-Pistolen geprüft werden kann. Außer vordefinierten Autosequenzen für die zügige Durchführung verschiedener Messaufgaben lassen sich auch eigene Prüfabläufe programmieren.

Praktische Programmwahl per Drehschalter

Zu den wichtigsten Prüfaufgaben zählen der Schutz gegen elektrischen Schlag sowie die Kurzschlussfestigkeit der Verteileranlage. Jede Schaltgerätekombination muss mit einem Schutzleiter ausgestattet sein, der bei Fehlern – etwa durch schadhafte Basisisolierung – die Stromversorgung abschaltet. Der Schutz gegen die Folgen eines inneren Fehlers ist gewährleistet, wenn die verschiedenen Körper der Schaltgerätekombination wirksam mit dem Anschluss des ankommenden äußeren Schutzleiters verbunden sind und der Widerstand des Stromkreises den Wert 0,1 nicht überschreitet. Mit dem Profitest Prime lassen sich die einzelnen Prüfschritte einfach per Drehschalter abrufen sowie Messungen der Durchgängigkeit des Schutzleiters mit Stromstärken bis 25A vornehmen. Zum Test der Isolationseigenschaften wird die betriebsfrequente Spannungsfestigkeit der Hauptstromkreise sowie daran angeschlossener Hilfs- und Steuerstromkreise geprüft. Die eingesetzte Prüfspannung von 1.000V bis 2.700VAC richtet sich nach der Bemessungsisolationsspannung des geprüften Stromkreises und darf im Moment des Anlegens höchstens 50 Prozent des vollen Prüfwerts betragen. Ist der Maximalwert erreicht, wird die Prüfspannung für 60 (+2) Sekunden aufrechterhalten.

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