ECAD-Schulung im virtuellen Klassenraum bewährt sich

Online statt live

Die Edag Production Solutions baut ihr Dienstleistungsspektrum für anspruchsvolle Branchen der industriellen Produktion zielstrebig aus. Der Komplettanbieter für das Produktions-Engineering verstärkt sein Geschäft der Automatisierungstechnik und qualifiziert Mechanik-Konstrukteure unter anderem durch Eplan-Trainings. Pandemiebedingt wurden die geplanten Präsenzschulungen in der Eplan Training Academy durch ein Online-Training ersetzt, das aus Sicht aller Beteiligten Lust auf mehr macht.

Die Projektierung von individuell auf den Kunden zugeschnittenen Produktionslösungen ist das Kerngeschäft von Edag PS – wie hier ein Montagesystem mit virtuellem Abbild für die Ruhr-Universität Bochum. (Bild: Edag Production Solutions GmbH & Co. KG)

Die Transformation in der Automobilindustrie hat Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette des Automobilbaus – auch auf die Engineering-Dienstleister, die Produktionsanlagen für die Autohersteller und -zulieferer projektieren / schlüsselfertig entwickeln. Zu ihnen gehört die Edag Production Solutions (EDAG PS) mit Hauptsitz in Fulda mit mehr als 1.300 Mitarbeitern weltweit. Ursprünglich konzentrierte sich das Tochterunternehmen der Edag Group auf die Automobilindustrie. Auf Grundlage des Bedarfs von Unternehmen weiterer Branchen, die hochautomatisierte Produktionslösungen bei hohen Qualitätsansprüchen für ihre Wertschöpfung benötigen, entschloss sich Edag PS frühzeitig, seine Dienstleistungen auch in anderen Branchen wie z.B. Medizintechnik, Food & Beverage, Logistikdistribution, optische und optoelektronische Industrie und den allgemeinen Maschinenbau anzubieten. Diese Zielbranchen werden konsequent ausgebaut, was auch zur Folge hat, dass weniger Spezialisten für die mechanische Konstruktion (z.B. für die Projektierung von Karosseriebauanlagen) benötigt werden, dafür aber mehr Elektrotechnik-Konstrukteure. Die Konsequenz daraus erläutert Oliver Dierolf, Senior-Fachexperte bei Edag PS: „Wir qualifizieren Ingenieure der mechanischen Konstruktion von mehreren Standorten zu Elektrokonstrukteuren. In diesem Bereich wächst die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen stark. Damit können wir den Kollegen also eine interessante Perspektive bieten und schaffen zugleich eine wichtige Voraussetzung dafür, unsere internationale Kundenbasis zu verbreitern.“

Grundidee: Schulung in der Eplan-Trainingsakademie

Im ersten Schritt erarbeitete Edag PS ein mehrstufiges Qualifikationsprogramm, das umfassendes E-Technik-Wissen vermittelt: von der Basis der Elektrotechnik über die Hardware-Planung und SPS-Programmierung bis zur Robotik. Oliver Dierolf: „Wichtig war uns dabei, dass wir divers vorgehen und nicht nur die Jüngsten weiterbilden.“ Deshalb nehmen Teilnehmer unterschiedlichen Alters und aus fünf Standorten an dem Programm teil, das auf fünf Monate ausgelegt ist. Dabei steht Eplan Electric P8 auch auf dem Schulungsprogramm, da Edag PS mit der Eplan Plattform arbeitet. Ursprünglich war eine Schulung der Mitarbeiter in der Eplan Trainingsakademie geplant, die deutschlandweit und international an zahlreichen Standorten vertreten ist. Hier bietet das Unternehmen ein umfassendes Ausbildungsprogramm an: von Grundlagen- über Vertiefungstrainings bis zu Methoden- und Automatisierungstrainings. Abgeschlossen werden kann das Ausbildungsprogramm mit einer Prüfung zum Eplan Certified Engineer.

Online-Training ohne Qualitätsverlust

Soweit die Idee. Dann – kurz bevor die Präsenzschulungen beginnen sollten -kam Corona. Und aus Sicht von Edag PS stellte sich die Frage: Lässt sich das anspruchsvolle Schulungskonzept ohne Qualitätseinbußen auch mit Online-Trainings realisieren? Harald Weiß, Leiter Eplan Training Academy, konnte die Verantwortlichen bei Edag PS überzeugen und zugleich die Eplan Trainings-Qualitätsgarantie als ‚Rückfallebene‘ anbieten: „Falls ein Kunde nicht zufrieden ist, kann er das Online-Training in Präsenzform jederzeit kostenfrei wiederholen.“ Bei der Vorbereitung war Teamarbeit gefragt: Edag PS stellte Rechner und Monitore für die 22 Teilnehmer bereit – die Trainingsumgebung inklusive aller Software-Lizenzen und digitalen Unterrichtsmaterialien stellte die Eplan Training Academy zur Verfügung.

Die Elektrokonstrukteure bei Edag PS planen komplexe Produktionsanlagen für anspruchsvolle Kunden aus verschiedenen Branchen. (Bild: Edag Production Solutions GmbH & Co. KG)

Wissensvermittlung und Praxis kombiniert

Das Konzept der Eplan Academy für Online-Trainings sieht als Arbeitsplattform eine Kombination aus Citrix und Webex vor. Harald Weiß: „Citrix bildet hier die komplette Trainingsumgebung ab, der virtuelle Klassenraum wird mit Webex realisiert und dient dazu, die Kommunikation zwischen allen Trainingsteilnehmern zu ermöglichen. Wir bilden den gesamten Inhalt eines Präsenztrainings im Online-Training ab.“ Jeder Teilnehmer – so das Konzept der Trainings – erhält zu Beginn eine konkrete Projektierungsaufgabe, die sich in Wissensvermittlung und praktische Umsetzungsphase gliedert. Im virtuellen Trainingsraum kann ein User jederzeit über einen Chat Fragen an den Trainer stellen oder mit seinen Kollegen kommunizieren. Auch die Taktung mit Arbeitsphasen und Pausen sind an die Online-Anforderungen angepasst.

Umstieg: Gut machbar, mit Training noch besser

Kommt dieses Konzept bei den Usern an? Marie-Theres Schäfer vom Standort Eisenach gehörte zu den Teilnehmern des ersten Trainingsprogramms und beschreibt ihren Eindruck: „Aus meiner Sicht hat das reibungslos funktioniert. Da jeder sein Beispielprojekt bearbeitet, ist die Arbeit praxisorientiert. Die Kommunikation klappte auch gut, bei Fragen erhielt ich schnell Hilfestellung.“ Somit ist der Einstieg und Umstieg zu Eplan auch online problemlos zu bewältigen, wie Marie-Theres Schäfer bestätigt: „Mein erster Eindruck war sehr positiv. Der Umstieg von anderen Konstruktionsprogrammen ist angenehm einfach zu bewältigen. Eplan Electric P8 wirkt zwar durch seine vielen Funktionen und Symbolknöpfe erst einmal unübersichtlich. Allerdings lernt man vor allem letzteres sehr schnell zu schätzen, je mehr man mit dem Programm arbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass es in den neuen Versionen Eplan Tutorials gibt. Das sind Videos, die häufig gestellte Fragen anwenderfreundlich erklären.“ Und obwohl der Einstieg nicht schwerfiel, hält Marie-Theres Schäfer den Start mit einem Eplan Grundlagenkurs für empfehlenswert: „Das ist auf jeden Fall sehr wertvoll. So bekommt man zum Beispiel von den Trainern Tricks gezeigt, die einem die Arbeit mit der Software schon sehr erleichtern.“

Zukunft des Trainings: Mix aus Online- und Präsenzveranstaltungen

Heute sind die Verantwortlichen bei Edag PS von dem – ursprünglich eher notgedrungen umgesetzten – Online-Trainingskonzept überzeugt. Oliver Dierolf: „Inhaltlich haben wir von den teilnehmenden Kollegen positives Feedback bekommen. Und aus Unternehmensperspektive haben die Online-Schulungen auch große Vorteile. Die Teilnehmer müssen nicht reisen und gehen damit in Pandemie-Zeiten kein Risiko ein, zudem sparen wir Kosten.“ Zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Edag PS haben inzwischen Online-Trainings von Eplan erhalten, in naher Zukunft werden weitere folgen.“ Nicht nur bei Edag PS ist die Akzeptanz für Online-Training hoch. Das positive Feedback der Trainingsteilnehmer und die Wünsche der Kunden, neben Präsenztrainings auch Online-Trainings anzubieten, gibt die Richtung vor: Inzwischen bietet die Eplan Training Academy das gesamte Portfolio der Schulung auch als Online-Training an – und dies sogar weltweit.

Das könnte Sie auch interessieren

Das könnte Sie auch interessieren

Dehn hat kürzlich sein Energiemanagement-System erfolgreich nach DIN EN ISO50001 zertifizieren lassen. Dazu beigetragen haben sowohl die systematische Bearbeitung des Themas Energie sowie zahlreiche Maßnahmen, die das Unternehmen in der Vergangenheit unternommen hat und die langfristig wirken. ‣ weiterlesen

Anzeige

Trotz des Impfstarts zu Jahresbeginn befindet sich Deutschland weiterhin im Lockdown; Perspektiven für eine langsame Öffnung lassen auf sich warten. Umso erfreulicher sind die Ergebnisse der traditionellen Frühjahrskonjunkturumfrage, die der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) in der Zeit zwischen dem 22. und 26. März 2021 durchführte und an der sich rund 1.200 Innungsbetriebe beteiligten. So liegt der Geschäftsklimaindex der E-Handwerke, ein zuverlässiger Indikator für die wirtschaftliche Situation der Branche, seit Herbst 2020 wieder stabil bei 80 Punkten (79,9). Vor einem Jahr, zu Beginn der Pandemie, war er kurzzeitig auf 55,6 Punkte eingebrochen – eine Folge des ersten Shutdowns im März 2020. Keine größeren Schwankungen gibt es auch hinsichtlich der aktuellen Geschäftssituation: 65,4% der im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage befragten elektrohandwerklichen Unternehmen gaben an, die Geschäftssituation sei gut. Zum Vergleich: Vor einem Jahr, im März 2020, lag dieser Wert bei lediglich 30,1%, bevor sich die Situation im Mai 2020 wieder zu entspannen begann. Zur raschen Erholung hatte seinerzeit ganz wesentlich beigetragen, dass die E-Handwerke aufgrund des Antrags der elektrohandwerklichen Organisation vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) für systemrelevant erklärt worden waren. ‣ weiterlesen

Anzeige

Schritt für Schritt führt dieses Buch in die Grundlagen der fachgerechten Elektroinstallation ein. Aufgrund aktueller Änderungen in Normen und Bestimmungen wurde diese 10. Auflage neu bearbeitet und an den aktuellen Stand angepasst.‣ weiterlesen

Anzeige

Mit derzeit 40 Mitarbeitern ist die Firma Meurer-etechnik in Großmaischeid im nördlichen Rheinland-Pfalz ein eher mittelgroßer Schaltanlagenbauer. Wenn es allerdings darum geht, Zukunftssicherung durch die Einführung von Digitalisierungsmaßnahmen zu betreiben, zählt das Unternehmen seit rund fünf Jahren zu den Vorreitern. Der vorliegende Beitrag skizziert den bisher dabei zurückgelegten Weg und gibt einen Ausblick, welche Aufgaben sich der Betrieb bei diesem 'Work in Progress' noch auf die Fahnen geschrieben hat.‣ weiterlesen

Bild: VDE Verlag GmbH

Durch den Fortschritt der Technik ist das VDE-Vorschriftenwerk in den letzten Jahren sehr umfangreich geworden und selbst für den Fachmann nicht immer leicht zu verstehen. Allein im Bereich der DIN VDE0100 wurden nahezu alle Themen neu bearbeitet und einige Themen mussten zusätzlich aufgegriffen werden. Das Werk liegt nun in der 17. Auflage vor. Wie in früheren Auflagen werden die theoretischen Grundlagen und die Anforderungen aus Normen, vor allem aus dem Bereich der DIN VDE0100, anhand zahlreicher Beispiele praxisrelevant und verständlich erläutert. Im Laufe von mehr als 25 Jahren ist dieser Leitfaden unter dem Kürzel ‚Der Kiefer‘ zu einem Standardwerk geworden.

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation sollen auch die Prozesse im Schaltschrankbau effizienter werden. Ein Schritt dorthin sind Arbeitstische mit Werkerassistenz, die Phoenix Contact auf den Markt gebracht hat. Der Schaltschrankbauer reduziert damit Durchlauf­zeiten und Kosten, und der Werker profitiert von der Ergonomie.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige