Konjunktur

Nach dem leichten Rückgang im Vormonat sind die Bestellungen in der deutschen Elektroindustrie im Februar 2016 wieder gestiegen. Insgesamt übertrafen sie ihr Vorjahresniveau um 5,8%. Die Aufträge aus dem Inland nahmen um 7,2% zu und die aus dem Ausland um 4,9%. Während Kunden aus der Eurozone dabei 14,3% mehr orderten als vor einem Jahr, gingen die Bestellungen aus Drittländern um 0,5% zurück. Kumuliert über die ersten beiden Monate dieses Jahres lagen die Auftragseingänge 2,7% höher als im Vorjahr.

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Die deutsche Elektroindustrie ist moderat in das Jahr 2016 gestartet. So gingen die Auftragseingänge im Januar geringfügig um 0,3% gegenüber Vorjahr zurück. Während die Inlandsaufträge um 2,2% zunahmen, blieben die Bestellungen aus dem Ausland um 2,4% unter Vorjahr. Aus der Eurozone gingen dabei 5,9% und aus Drittländern 0,3% weniger Orders ein. Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Januar 2016 um 0,3% übertroffen. Gleichzeitig nahm der nominale Umsatz um 0,1% zu, womit er nahezu bei 13,2Mrd.€ stagnierte.

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind nach einem durchwachsenen Jahr 2015 wieder zuversichtlicher in 2016 gestartet. 82% der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzwachstum für 2016 (Vorquartal: 72%). Das durchschnittlich erwartete Umsatzplus liegt mit 4% auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten. Das geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC für das 4. Quartal 2015 hervor, für das 101 Führungskräfte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau befragt wurden.

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Die Erwartungen für die chinesische Konjunktur sind in der Januarumfrage 2016 drastisch zurückgegangen. Der CEP-Indikator, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzexperten für China in den nächsten zwölf Monaten wiedergibt, hat sich im aktuellen Umfragezeitraum (18. Januar bis 3. Februar 2016) auf einen Stand von minus 20,7 Punkte verschlechtert. Das ist bei Weitem der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage Mitte 2013.

Im vergangenen Jahr übertrafen die Auftragseingänge der deutschen Elektroindustrie ihren Vorjahreswert um 6,7%. „Dabei wurden überdurchschnittlich viele Großaufträge  eingesammelt“, berichtete ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann (Foto). Mit einem Zuwachs um 10,2% kamen die Impulse 2015 vor allem aus dem Ausland (Euroraum: +9,4%, Drittländer: +10,6%). Die Inlandsorders erhöhten sich um moderate 2,7%. Im Dezember 2015 hatte die deutsche Elektroindustrie insgesamt 7,4% mehr Bestellungen erhalten als im gleichen Monat im Jahr zuvor. Die Aufträge aus dem Inland und aus dem Ausland zogen dabei ungefähr gleich stark an (+7% bzw. +7,8%). Kunden aus der Eurozone und aus Drittländern orderten 3,5 bzw. 10,1% mehr. Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der Elektrounternehmen war im Dezember 2015 um 2% höher als vor Jahresfrist. Für das komplette abgelaufene Jahr ergibt sich damit (vorläufig) ein reales Produktionswachstum von 0,9%.

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Verhalten optimistisch blicken die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie auf das neue Jahr. Der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie geht davon aus, dass die preisbereinigte Produktion der Branche 2016 um ein Prozent und der Umsatz um zwei Prozent zulegen werden. „ Wir nehmen damit wieder Kurs auf einen Branchenumsatz von 182 Mrd.€, den wir im Rekordjahr 2008 schon einmal erreicht hatten”, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Verbands. Von Januar bis November 2015 wuchs die Produktion der Elektroindustrie um 0,6% gegenüber dem Vorjahr.

Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland verbuchten im Oktober wieder vollere Auftragsbücher. Der Auftragseingang legte im Berichtsmonat preisbereinigt um 4% zu. Die Inlandsnachfrage und die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern blieben zwar weiterhin schwach mit einem Minus von 4, respektive 8%. „ Kräftiger Schub kam jedoch von den Euro-Partner-Ländern. Großanlagengeschäfte sorgten hier für ein Plus von 55%. Doch auch ohne die Anlagen wäre das Wachstum zweistellig ausgefallen”, sagte der VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Im aussagekräftigeren Drei-Monats-Vergleich verbuchten die Maschinenbauer zwischen August und Oktober unterm Strich ein Minus von 6%.

Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland werden das Jahr 2015 zwar auf einem hohen Niveau, jedoch mit einem Nullwachstum abschließen. In den ersten zehn Monaten sank die reale Produktion von Maschinen und Anlagen um 0,5 Prozent. Für 2015 rechnet der VDMA mit einem nominalen Produktionsvolumen von 199 Milliarden Euro. Auch für das kommende Jahr erwartet der Verband  kein reales Wachstum in der Maschinenbauindustrie. In nominaler Betrachtung könnte der Produktionswert aber 2016 die Marke von 200 Milliarden Euro erstmals leicht überschreiten. Angesichts vieler aktueller Krisenherde, die auch das Geschäft im Maschinenbau global beeinträchtigen, sowie der Investitionszurückhaltung im Inland wertet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau dies durchaus als Erfolg – aber nicht als beruhigendes Zeichen, betonte der VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge (Foto) auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes am Donnerstag in Frankfurt.

Die deutschen Unternehmen der Automation erwarten bis Jahresende 2015 ein leichtes Wachstum von insgesamt 3 bis 4%. Dies berichtete Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, auf der Pressekonferenz während der Messe SPS IPC Drives. Die Branche kommt in Deutschland in den ersten neun Monaten 2015 auf einen Umsatz von 36,2Mrd.€; das entspricht einem Wachstum von 5,2%. Der Auftragseingang ist um 7,8% gewachsen. Ende September 2015 hatte die Branche etwas mehr als 262.000 Beschäftigte.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpft weiter mit den Widrigkeiten des Weltmarktes. Die Unternehmen verzeichneten im September insgesamt ein Minus von 13% im Vergleich zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft stieg um 1%, das Auslandsgeschäft hingegen lag 18% unter dem Vorjahresniveau, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt mit.

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