Maschinenbau

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind nach einem durchwachsenen Jahr 2015 wieder zuversichtlicher in 2016 gestartet. 82% der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzwachstum für 2016 (Vorquartal: 72%). Das durchschnittlich erwartete Umsatzplus liegt mit 4% auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten. Das geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC für das 4. Quartal 2015 hervor, für das 101 Führungskräfte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau befragt wurden.

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Zum Jahresende verzeichnete der Auftragseingang im Maschinenbau eine zweistellige Wachstumsrate. Insgesamt stiegen die Bestellungen im Dezember um real 11% gegenüber dem Vorjahr. Während es bei der Inlandsnachfrage einen Rückgang von 5% zu verkraften gab, sorgten die Auslandsorders dank Großanlagengeschäft aus den Nicht-Euro-Ländern für eine Zuwachsrate von 17%. Zusätzliche Unterstützung kam aus den Euro-Partnerländern.

Im November 2015 übertraf der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sein Vorjahresniveau preisbereinigt um 6%. Das Wachstum kam sowohl aus dem Inland (+9%) als auch aus dem Ausland (+4%). „ Besonders erfreulich ist, dass die Nachfrage aus den Nicht-Euro-Ländern – plus 4% – im November mit dem Zuwachs der gesamten Auslandsorders mithalten konnte”, sagte der VDMAChefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers (Foto).

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Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland verbuchten im Oktober wieder vollere Auftragsbücher. Der Auftragseingang legte im Berichtsmonat preisbereinigt um 4% zu. Die Inlandsnachfrage und die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern blieben zwar weiterhin schwach mit einem Minus von 4, respektive 8%. „ Kräftiger Schub kam jedoch von den Euro-Partner-Ländern. Großanlagengeschäfte sorgten hier für ein Plus von 55%. Doch auch ohne die Anlagen wäre das Wachstum zweistellig ausgefallen”, sagte der VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Im aussagekräftigeren Drei-Monats-Vergleich verbuchten die Maschinenbauer zwischen August und Oktober unterm Strich ein Minus von 6%.

Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland werden das Jahr 2015 zwar auf einem hohen Niveau, jedoch mit einem Nullwachstum abschließen. In den ersten zehn Monaten sank die reale Produktion von Maschinen und Anlagen um 0,5 Prozent. Für 2015 rechnet der VDMA mit einem nominalen Produktionsvolumen von 199 Milliarden Euro. Auch für das kommende Jahr erwartet der Verband  kein reales Wachstum in der Maschinenbauindustrie. In nominaler Betrachtung könnte der Produktionswert aber 2016 die Marke von 200 Milliarden Euro erstmals leicht überschreiten. Angesichts vieler aktueller Krisenherde, die auch das Geschäft im Maschinenbau global beeinträchtigen, sowie der Investitionszurückhaltung im Inland wertet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau dies durchaus als Erfolg – aber nicht als beruhigendes Zeichen, betonte der VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge (Foto) auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes am Donnerstag in Frankfurt.

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpft weiter mit den Widrigkeiten des Weltmarktes. Die Unternehmen verzeichneten im September insgesamt ein Minus von 13% im Vergleich zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft stieg um 1%, das Auslandsgeschäft hingegen lag 18% unter dem Vorjahresniveau, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt mit.

Die Maschinenbauer in Deutschland werden sich auch weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Label ‘Made in Germany’ seinen Glanz behält. „ Der Maschinenbau in Deutschland hält Regeln und Gesetze ein, liefert beste Qualität und Service und strebt die Technologieführerschaft auf möglichst vielen Feldern an“, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Dr. Reinhold Festge (Foto), auf der VDMA-Pressekonferenz während des 8. Deutschen Maschinenbau-Gipfels. „ Wir können das bekräftigen, weil wir eine mittelständisch geprägte Branche sind, in der jedes Unternehmen weiß, dass das Vertrauen unserer Kunden für nichts aufs Spiel gesetzt werden darf“, betonte er.

Afrika steht als Exportmarkt zunehmend im Interesse von Investoren und Unternehmen. Aus Sicht des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus hat sich der Kontinent in den vergangenen zehn Jahren erfreulich entwickelt: Die Maschinenlieferungen sind seit 2005 um 65% auf 4,4Mrd.€ gestiegen (2005: 2,7Mrd.€). Insgesamt machen Maschinen und Anlagen aus Deutschland etwa 20% der deutschen Exporte nach Afrika aus.

Die wirtschaftliche Krise in Russland und der politische Streit mit der EU hinterlassen im deutschen Maschinenbau immer deutlicher ihre Spuren.

Die Produktion des deutschen Maschinenbaus hatte ihr Vorkrisenniveau von 2008 im Dezember 2014 erstmals überschritten, also nach sechs Jahren! (Produktionsindex des Statistischen Bundesamtes). Eine solch starke Bewegung kam laut Quest Research nicht überraschend. Dann fielen Produktion und Umsatz im Januar und Februar 2015 wieder in ihre Seitwärtszone zurück, die sich seit mehreren Jahren ausgebildet hatte. Es sei wahrscheinlich, so der Quest Report, dass Produktion und Umsatz des deutschen Maschinenbaus in absehbarer Zukunft in ihrer mehrjährigen Seitwärtszone weiterhin gefangen bleiben mit Schwankungen nach oben und unten.

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