Interview mit Antonin Guez,
Vice President Partner Projects and Buildings bei Schneider Electric

Unter dem Motto ‚Innovation at Every Level‘ spielt Schneider Electric eine maßgebliche Rolle bei der Transformation der Energieverteilung ins digitale Zeitalter. Wie fügt sich die Entwicklung des neuen Leistungsschalters Masterpact MTZ in dieses Konzept ein?

Antonin Guez: Der Leistungsschalter Masterpact MTZ ist ein ganz zentraler Baustein in unserem ‚Innovation at Every Level‘ Business-Modell. Vielleicht kann man es ein wenig mit einem herkömmlichen Handy in Relation zu einem Smartphone vergleichen: Ein Smartphone erfüllt die Funktion eines Handys, kann darüber hinaus aber viel mehr. Wenn man dies nun auf den Masterpact MTZ transformiert: Zunächst einmal erfüllt er – wie seine Vorgänger Masterpact NT und NW – alle Kernfunktionen eines klassischen Leistungsschalters. Doch hier endet sein Potential noch lange nicht. Der MTZ ist im Hinblick auf den Schaltanlagenbau die Plattform eines neuen Ökosystems für die Energieverteilung. Je nach Bedarf und Anwendung kann diese Plattform durch sogenannte ‚Digitale Modules‘ in ihren Funktionen erweitert werden. Dies sind Softwarebausteine, die in das Auslösegerät Micrologix X geladen werden, die Funktionalität des Leistungsschalters erweitern und den Bedürfnissen der Anwender anpassen. Wir haben bereits eine ganze Palette von digitalen Modulen entwickelt, aber die Entwicklung geht natürlich noch weiter, möglicherweise mit Funktionen, die wir heute noch gar nicht kennen. Auch wir als Schneider Electric treten mit diesem Geschäftsmodell in eine neue Ära des Verhältnisses zu unseren Kunden ein. Wir möchten mit ihnen einen permanenten Dialog anstoßen, in dessen Verlauf wir die digitalen Module mit Blick auf ein modernes Energiemanagement kontinuierlich an deren Bedürfnisse weiterentwickeln und anpassen. Die Kunden werden also zu unseren Partnern.

Stichwort Modularität: Sie erwähnten vorhin, dass es für den Masterpact MTZ bereits unterschiedliche Software-Tools gibt. Welche sind dies konkret, und welche Zielgruppen adressieren Sie mit diesen Tools?

Guez: Wir müssen hier unterscheiden: Digitale Module erweitern die Funtkionalität des Leistungsschalters selbst. Damit kann das jeweilige Gerät auch im Nachhinein noch an die aktuellen Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden. Außerdem haben wir noch Apps und Software-Werkzeuge für unterschiedliche Zielgruppen. Letztendlich kommt es natürlich in erster Linie auf den Endkunden an, denn dieser „lebt“ über die gesamte Betriebsphase mit dem Produkt. Handelt es sich bei dem Endkunden beispielsweise um einen Facility Manager, so hat dieser mit der App Facility Manager Companion Informationen über Systemstatus, Wartungsanforderungen oder den Energieverbrauch ständig im Blick. Ist er der Betreiber eines Rechenzentrums, so bietet ihm der MTZ mit seinem Crisis-Recovery-Assistenten die Möglichkeit, die Ursache für einen Stromausfall zu ermitteln und die Stromzufuhr rasch wiederherzustellen. Mithilfe von Überwachungssoftware kann der Betreiber seine Schaltanlage zudem fernsteuern. Dem Planer bieten wir unter anderem mit Ecodial eine Software zur Netzberechnung und mit Ecoreal ein Tool zur Dimensionierung von Schaltanlagen. Mit Ecoreach, einer Software zur Inbetriebnahme, Einstellung, Werksabnahmeprüfung und Aufrüstung, gibt es auch für Schaltanlagenbauer ein Werkzeug, mit dem wir ihm ferner ermöglichen, seinen Kunden zusätzliche Dienstleistungen anbieten zu können. Go Digital schließlich ist unser Webstore für digitale Module, mit der der Leistungsschalter in jeder Phase seines Lebenszyklus an geänderte Bedürfnisse angepasst werden kann.

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Interview mit Antonin Guez, Vice President Partner Projects and Buildings bei Schneider Electric
Bild: Schneider Electric GmbH


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