Bei OVH in einer Stunde zum eigenen Server

Warum ist der Provider OVH gleichzeitig drittgrößter Hersteller von Servern weltweit? Ganz einfach: Damit die Wünsche der Kunden schnell und einfach erfüllt werden können – und das zu wettbewerbsfähigen Konditionen.
In der Branche ist es ziemlich ungewöhnlich, dass ein Provider selber zum Werkzeug greift und die Server baut. Doch OVH kann dadurch schneller und flexibler auf die Wünsche seiner Kunden reagieren. Aufgrund der eigenen Produktion ergibt sich ein weiterer Vorteil: OVH nimmt eine prädestinierte Position ein, die sich zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit großen Chipherstellern für Beta-Tests bezahlt macht – das bedeutet einen Technologievorsprung.

Seit 2002 baut OVH seine Server selbst, mittlerweile sind so über 180.000 Systeme entstanden

In weniger als einer Stunde nach Bestelleingang liefert OVH seine selbst gefertigten Server aus. Diese können dann später als Dedicated Server für Shopsysteme, Outsourcing oder Virtualisierung genutzt werden. Viele IT-spezifische Einsatzszenarien sind somit denkbar. Damit die Server innerhalb von sechzig Minuten nach Bestelleingang verfügbar sind, nutzt OVH eine minutiös durchdachte Logistik. Die Server werden mit hochmodernen Komponenten bestückt und im Testlabor auf Qualität und Funktion überprüft.

Nachhaltige Fertigung innerhalb kürzester Zeit

Für die Produktion der Server müssen zunächst die Einzelteile beschafft werden. Etwa drei Tonnen Material kommen jeden Monat allein im kanadischen Rechenzentrum in Beauharnois an. Dabei wird alles zu fast hundert Prozent verwertet: Ungenutzte Kabel, unbrauchbares Rohmaterial oder Verpackungen werden recycelt oder wieder verkauft. Ein Team von Spezialisten stellt die Server her – fünf Tage die Woche, wenn nötig auch nachts und am Wochenende. Im Durchschnitt werden pro Tag 400 Systeme erstellt, in Spitzenzeiten bis zu 1000. Zum Bau eines Servers benötigt OVH Komponenten aus der ganzen Welt. Um die über 130 verschiedenen Servermodelle herzustellen, muss die Produktionskette unbedingt eingehalten werden. Deshalb hat OVH als Marktführer besondere Bedingungen mit seinen Zulieferern wie lntel und Supermicro verhandelt, um den Status als OEM Hersteller zu erhalten. „Wenn Komponenten für Server an Produzenten ausgeliefert werden, halten die Hersteller größere Bestände für uns zurück, so dass wir unsere Supply Chain sichern können und definierte Ankunftsdaten für Waren im Einklang mit dem Produktionsplan festgelegt sind“, so Jean-François Pilot, Manager Einkauf und Produktion. Als Ergebnis ist OVH in der Lage, die eigene Lagerverwaltung zu optimieren und schneller zu reagieren. „Wenn die Nachfrage nach einem bestimmten Servermodell den Bestand überschreitet, können wir die notwendigen Teile nachbestellen und erhalten sie in 24 bis 48 Stunden“, erklärt Jean-François. Die acht Komponenten Gehäuse, On/Off Button, Energieversorgung, Motherboard, Prozessor, RAM, Festplatte und Wasserkühlung sind in etwa 15 Minuten zusammengebaut. Die letztgenannte Komponente ist eine besondere und eigene Innovation von OVH, für die 18 Monate Entwicklungszeit nötig waren. Kühlflüssigkeit wird zu den Komponenten, die heiß werden – wie zum Beispiel dem Prozessor – geleitet. Bei der „Durchquerung“ des Servers wird dabei 70% der Wärme aufgenommen. Diese erwärmte Flüssigkeit wird dann aus den Gehäusen gepumpt und von den Serverräumen durch die Mauern nach außen geführt. Dort sind Wärmetauscher angebracht, die die Flüssigkeit wieder kühlen. Durch diese und weitere innovative Konstruktionen spart OVH 40% Energie ein. Gemeinsam mit einem effektiven Luftzirkulationssystem schafft das Unternehmen so einen PUE-Wert von 1,30. Alle 17 OVH Rechenzentren sind mit dieser Flüssigkeitskühlung ausgestattet.

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