Neues Designkonzept spart Platz im Schaltschrank

Mehr Raum für erhöhte Funktionalität

Die auf Basis der neuen Konstruktionsplattform Value Design for Panel entwickelten Produkte für Fabrikautomation sollen aufgrund ihrer Vielfalt eine kombinierte Wirkung haben. Ziel des Anbieters ist es, die Schaltschränke gemeinsam mit Kunden umfassend zu optimieren. Da die Komponentenhöhe abhängig von Faktoren wie Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung variiert, hat Omron die Einbauprodukte in drei Hauptgruppen unterteilt, denen jeweils eine spezifische Anordnung bzw. Reihenfolge im Schaltschrank zugeordnet ist: E/A-, Steuerungs- und Leistungskomponenten. Für jede Kategorie stellen Designregeln sicher, dass ungenutzter Platz vermieden und der Abstand zwischen den Kabelkanälen optimiert wird. Im Interview erläutert Lars de Bruin, European Marketing Manager Schaltschrankbau bei Omron, das Konzept im Detail.

 Der Klemmenmechanismus ist bei der Push-In Plus-Technologie so ausgelegt, dass der Schraubendreher bei Entriegelung gehalten wird und das Personal beide H?nde frei hat. (Bild: Omron Europe BV)

Der Klemmenmechanismus ist bei der Push-In Plus-Technologie so ausgelegt, dass der Schraubendreher bei Entriegelung gehalten wird und das Personal beide H?nde frei hat. (Bild: Omron Europe BV)

Welche Vorteile bietet Ihre neue Konstruktionsplattform den Schaltschrankbauern?

„Neben andauernden Erweiterungen
unseres Portfolios
suchen wir auch nach Services,
die den Schaltschrankbau vereinfachen.“
Lars de Bruin, Omron Industrial Automation, Omron Europe BV (Bild: Omron Europe BV)

Lars de Bruin: Durch den neu gewonnenen Platz können Schaltanlganebauer weitere Komponenten auf der gleichen Fläche montieren und so die Schaltschrankfunktionalität erhöhen. Ferner unterstützen wir sie dabei, Schaltschränke zu verkleinern, indem wir den Abstand zwischen den Kabelkanälen und dem ungenutzten Platz reduzieren. Außerdem profitieren Schaltschrankbauer von der höheren Zuverlässigkeit und längeren Lebensdauer unserer Komponenten, wodurch Ausfallraten verringert werden. Weiterhin ermöglichen diese Komponenten den Aufbau robuster Schaltschränke, die Vibrationen bei der Lieferung und im Betrieb widerstehen. Weil bei unserem Konzept alle Komponenten in einem Schaltschrank die gleiche Höhe haben, kann die Luft ungehindert zirkulieren. Dadurch wird die Wärme schneller abgeleitet und die Gesamttemperatur im Schaltschrank deutlich reduziert. Darüber hinaus ermöglicht Value Design for Panel durch Geräte mit vereinheitlichten Spezifikationen eine einfache kundenspezifische Anpassung von Schaltschränken, und vereinheitlichte Verdrahtungsmethoden und -spezifikationen tragen dazu bei, Lieferzeiten zu verkürzen. Da die Produkte sowohl für UL und CSA zertifiziert als auch mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sind, können sie zudem weltweit eingesetzt werden.

Welche Produkte umfasst das Konzept?

de Bruin: Im Grunde alles, was für E/As, Steuerung und Energieversorgung benötigt wird. Das reicht von einer breiten Palette unterschiedlicher Relais und Relaissockel sowie DIN-Schienen-Reihen- und EtherCat-Slave-Klemmen über Druckknopfschalter, Leistungsmonitore, Maschinencontroller und Halbleiter-Timer bis hin zu Leckagesensorverstärkern, digitalen Temperaturreglern, unterbrechungsfreien Stromversorgungen und Netzteilen.

Was zeichnet diese Produktfamilien aus?

de Bruin: Zunächst deren einheitliche und kompakte Baugröße sowie eine Reihenmontage bei Umgebungstemperaturen bis 55°C mit Geräten derselben Serie. Außerdem vereinfachen Klemmenblöcke mit Push-In Plus-Technologie die Verdrahtung. Denn wir haben die Kabeleinführungen dieser von uns entwickelten Technologie durchgängig stirnseitig angebracht, um ein einfaches Einstecken zu ermöglichen. Dadurch hat das Personal beide Hände für die Verdrahtung frei, und das Einführen der Drähte erfordert keinen großen Kraftaufwand.

Soll dieses Portfolio ausgebaut werden?

de Bruin: Ja, schon seit April 2016 haben wir nahezu alle sechs Monate neue Produkte eingeführt. Die nunmehr vierte Phase erfolgte im Oktober dieses Jahres.

Wie lassen sich mit dem Konzept die Zeiten für den Fertigungsprozess reduzieren?

de Bruin: Insbesondere durch die Push-In Plus-Technologie lässt sich die Verdrahtungszeit um bis zu 60 Prozent reduzieren – wenn also die Hälfte der Schalttafelkomponenten diese Technologie unterstützen, um 30 Prozent. Außerdem ermöglicht unsere einheitliche und kompakte Produktpalette ein Downsizing von Schaltschränken, was zu Materialeinsparungen von bis zu vier Prozent führt. Diese Werte stammen übrigens nicht von uns, sonder sie beruhen auf den Erfahrungen unserer Kunden.

Die Klemmenblöcke mit Push-In Plus-Technologie vereinfachen die Verdrahtung. Was ist der Unterschied zu Push-In- bzw. Cage Clamp-Klemmen?

de Bruin: Die Einsteckkraft bei unseren Klemmenblöcken mit Push-In Plus-Technologie ist geringer als bei einer Kopfhörerbuchse. Dennoch haben die Drähte einen festen Halt. Denn durch ein ausgeklügeltes mechanisches Design und unsere moderne Fertigungstechnologie konnten wir eine Feder entwickeln, die bei niedriger Einsteckkraft die erforderliche Auszugskraft gewährleistet. Der Klemmenmechanismus ist so ausgelegt, dass der Schraubendreher bei Entriegelung gehalten wird, das Personal also beide Hände frei hat. Außerdem lassen sich Leitungen mit Aderendhülsen, Volldraht oder Litzen verwenden. Wer sich für unsere Push-In Plus-Technologie interessiert, erfährt in einem Whitepaper mehr darüber, das unter https://industrial.omron.de/de/solutions/panel-building/panel-white-papers/ push-in-plus-technology heruntergeladen werden kann.

Was sind Ihre weiteren Ziele mit Value Design for Panel, bzw. wie wollen Sie Schaltschrankbauer künftig noch besser unterstützen?

de Bruin: Neben andauernden Erweiterungen unseres Portfolios suchen wir auch nach Services, die den Schaltschrankbau vereinfachen. Zum Beispiel arbeiten wir kontinuierlich an einer Bibliothek für eCAD-Daten, um den Ingenieuren beim Design-Prozess die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen zu können. Außerdem haben wir kürzlich die sogenannte BOM-basierte Konstruktion entwickelt, die Ingenieuren bei der Optimierung der Schaltschränke während des (Vor-)Konstruktionsprozesses unterstützt und den Beschaffungsprozess erleichtert. Denn neue Projekte basieren üblicherweise auf bereits existierenden Projekten und deren Materiallisten (Bill of Material, BOM), die an die neuen Spezifikationen angepasst werden. Die BOM-basierte Konstruktion optimiert und vereinfacht die Schaltschrankkonstruktion bzw. die Auswahl der Teile und ermöglicht sowohl schnelle Preisangebote und Bestellungen als auch eine pünktliche Lieferung.

Omron Adept Technologies GmbH
www.industrial.omron.de

Drucke diesen Beitrag
Mehr Raum für erhöhte Funktionalität
Bild: Omron Europe BV


Das könnte Sie auch interessieren

Dr. Heinz Wesch (Foto), langjähriger Geschäftsführer von Phoenix Contact, tritt nach 25 Jahren in den Ruhestand. Der deutschen Industrie wird der 66-jährige weiterhin in Beiratsfunktionen verbunden bleiben, wie auch Phoenix Contact als Berater.

Anzeige

Mit dem Launch einer neuen Website trägt die Wago-Gruppe ihrem Fokus auf Digitalisierung Rechnung und präsentiert ihren Kunden ab sofort eine klar strukturierte und einfach bedienbare Informations- und Kaufplattform im Netz. Die neue Website setzt auf einen integrierten Ansatz, der umfassende Informationen zu Produkten und Lösungen mit einem intuitiv bedienbaren Shop verknüpft.

Anzeige

TE Connectivity, ein weltweit führender Anbieter von Verbindungstechnologie- und Sensorlösungen, hat die Aufnahme von exklusiven Verhandlungen bekanntgegeben, in denen es um die Übernahme des Reihenklemmen-Geschäfts der Marke Entrelec von ABB geht. Die Transaktion bedarf jedoch der Erfüllung bestimmter Bedingungen wie der Freigabe durch die Regulierungsbehörden sowie der Übereinkunft mit Arbeitnehmervertretern.

Anzeige
Anzeige

Die Emka Gruppe forciert die Entwicklung in ihrem Geschäftsbereich Dichtungen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Velbert fertigt seit vielen Jahren Dichtungen, die unter anderem in Schalt- und Steuerungsschränken für Elektronik bzw. Elektrotechnik zum Einsatz kommen. Aufgrund der hohen Nachfrage verdoppelt der Weltmarktführer nun seine Produktionskapazitäten. 

Anzeige

Die Auftragseingänge im Maschinenbau in Deutschland sind im November um real 14% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Auslandsbestellungen verbuchten auch aufgrund der noch recht niedrigen Vergleichsbasis ein Plus von 12%. Dabei kamen die Impulse sowohl aus den Euro-Partnerländern (plus 11%) als auch aus den Nicht-Euro-Ländern (plus 12%). „Besonders erfreulich ist der Zuwachs der Inlandsbestellungen um 20%“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers (Foto).

Zwei Wochen sind es noch bis zum Startschuss der Veranstaltungsreihe Network SCHALTSCHRANKBAU 2018 am 1. Februar in der Essener Zeche Zollverein. So viel steht heute bereits fest: Die Resonanz im Hinblick auf das Auftakt-event ist hervorragend – 80% der vorhandenen Plätze sind bereits gebucht. Wer sich seine Teilnahme noch sichern möchte, kann sich bis zum 29. Januar anmelden. Die Tagesveranstaltung kostet nur 179,-€. Das aktuelle Programm und weitere Informationen finden Sie unter: www.schaltschrankbau-magazin.de/network-2018/.

Im Schaltanlagenbau gibt es sicherlich Optimierungspotential, das sich nicht nur auf die Bereiche Digitalisierung und Datendurchgängigkeit erstreckt. Einzelne Prozessschritte lassen sich durchaus automatisieren. Im Rahmen des ClipX-Konzepts erarbeiten die Spezialisten von Phoenix Contact hier individuelle, auf die Kundenanforderungen adaptierte Lösungen.‣ weiterlesen

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung praktizieren einige Schaltanlagenbauer seit kurzer Zeit den Einsatz von Tablets bei der Verdrahtung. Hierdurch kann dieser Arbeitsgang, der gewöhnlich 40 bis 50 Prozent bei der gesamten Erstellung der Schaltanlage in Anspruch nimmt, deutlich effizienter gestaltet werden. Der nächste logische Schritt in diesem Zusammenhang wäre der Einsatz von AR-Brillen.‣ weiterlesen

Die Nachfrage nach Aluminiumverkabelung steigt. Nicht nur auf internationalen Märkten, sondern zunehmend auch in Deutschland etabliert sich der Leiterwerkstoff als Alternative zum bisher gängigen Kupfer – trotz scheinbarer Nachteile wie Materialeigenschaften oder teilweise nicht eindeutiger Normen. Neue Verbindungslösungen bieten das Potenzial für den Umstieg.‣ weiterlesen

Bisher wurden Schaltschränke, Maschinen und Arbeitsplätze mit der klassischen Leuchtstoff-Röhre beleuchtet. Doch deren Empfindlichkeit machte diesen Leuchten gerade im industriellen Umfeld zu schaffen. Mit der neuen LED-Technik sind diese Schwachpunkte passé. Von Elmeko gibt es in diesem Herbst eine neue Lösung.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige